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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 08:10 Uhr

Dank Hartz IV : Weniger Arbeitslose

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

„Zehn Jahre Hartz IV haben die Arbeitslosenzahl in Mecklenburg-Vorpommern fast halbiert“, bilanziert Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur.

Wie sich Haupt-Koopmann erinnert, war 2005 die Bereitschaft groß, Jobs anzunehmen, „auch solche, die nicht auf der Qualifikationsebene lagen“. Viele Arbeitsplätze seien besetzt oder neu geschaffen worden. Positiv bewertet sie den Rückgang der Kinderarmut. „2005 war jedes dritte Kind von Hartz IV abhängig, heute noch jedes vierte“, sagt sie. Bemerkenswert sei besonders die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Über die Jahre seien mehr als 40 Prozent neue Stellen geschaffen und besetzt worden. Haupt-Koopmann wies den Vorwurf der Linken zurück, dass die geringere Arbeitslosenquote nur auf statistischen Effekten beruhe. „Die Arbeitskräfte dafür sind ja von hier gekommen“, sagte sie.

Dagegen argumentiert der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion, Henning Foerster, MV profitiere weiterhin von demografischen und statistischen Faktoren sowie von Auspendlern. Probleme bleiben die unterschiedliche wirtschaftlich-strukturelle Entwicklung im Land sowie der hohe Anteil der dauerhaft im Hartz IV-Bezug lebenden Menschen. „In beiden Punkten haben Landes- und Bundesregierung versagt“, meint Foerster.

Ein großes Problem sei laut Haupt-Koopmann nach wie vor die Langzeitarbeitslosigkeit. Die Mitarbeiter in Arbeitsagenturen und Jobcentern müssten daher künftig mehr darauf schauen, welche Fähigkeiten ein Langzeitarbeitsloser mitbringe. „Unsere wichtigste Dienstleistung sind nicht Programme, sondern Mitarbeiter, die beraten und begleiten“, erklärt sie.

 

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