Mecklenburg-Vorpommern : Weniger Arbeitslose - Erste Flüchtlinge auf Jobsuche

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Goldener Herbst auf dem Arbeitsmarkt: Die MV-Wirtschaft stellt nach dem Sommer ein, die Erwerbslosenzahl sinkt. In den Jobcentern melden sich unterdessen zunehmend Flüchtlinge und fragen nach Arbeit.

svz.de von
30. September 2015, 14:31 Uhr

Dank der Herbstbelebung in der Wirtschaft ist die Zahl der Arbeitslosen in Mecklenburg-Vorpommern im September um 1500 auf 78 300 gesunken. Die Quote liegt bei 9,5 Prozent nach 9,6 Prozent vor einem Monat, wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch in Kiel mitteilte. Vor einem Jahr waren im Nordosten noch 82 500 Menschen auf Jobsuche. „Wir können zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung eine Arbeitslosenzahl von unter 80 000 für den Monat September melden“, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann.

Im Bundesvergleich bleibt Mecklenburg-Vorpommern auf dem viertletzten Platz vor Sachsen-Anhalt, Berlin und Bremen. Die geringste Erwerbslosigkeit innerhalb des Nordostens gibt es den Angaben zufolge in den Landkreisen Rostock und Ludwigslust mit jeweils sieben Prozent. Sie stehen damit besser da als Hamburg, wo eine Quote von 7,3 Prozent für September ermittelt wurde. Die höchste Erwerbslosigkeit registrierte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 11,9 Prozent. In Rostock waren im September 9,7 und in Schwerin 10,1 Prozent ohne Job.

Der Flüchtlingszustrom nach Mecklenburg-Vorpommern macht sich inzwischen auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Ende September waren 3851 Ausländer im Land erwerbslos gemeldet, 775 mehr als vor einem Jahr, wie die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, sagte. Die meisten der Zugänge (506) seien Syrer. Insgesamt seien jetzt 666 Menschen aus diesem Land erwerbslos gemeldet. Dennoch sei der Anteil der Ausländer an allen Arbeitslosen im Land mit 4,9 Prozent niedrig. In Hamburg betrage er 28 Prozent, in Schleswig-Holstein 14 Prozent.

In den Jobcentern werde nun geschaut, welche Qualifikationen und Sprachkenntnisse bei den Flüchtlingen vorhanden sind und welche weiteren, sinnvollen Schritte unternommen werden. „Wir arbeiten dabei eng mit vielen Arbeitgebern zusammen“, sagte sie. Noch im Herbst sei eine große Veranstaltung der Arbeitsagentur zusammen mit dem Land und den Arbeitgeberverbänden zur Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt geplant.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) wies in dem Zusammenhang Vorschläge aus der CDU zurück, die Mindestlohnregeln bei Flüchtlingen außer Kraft zu setzen. Das wäre falsch und gefährlich, sagte der Regierungschef. Einheimische Arbeitslose und Flüchtlinger dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. „Das wäre sozialer Sprengstoff.“ Der Arbeitsmarktexperte der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern, Martin Sauer, warnte davor, bei der Lösung der Fachkräfte- und Nachwuchsprobleme in den Unternehmen allein auf die Zuwanderung zu setzen. Bei den Bemühungen um die berufliche Integration junger Arbeitsloser und Langzeitarbeitsloser dürfe nicht nachgelassen werden, forderte er. Bei den Zuwanderern wiederum bedürfe es schnellerer und gezielter Förderung.

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