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Blitzatlas : Wenige Blitze über MV: In Schwerin kracht es oft 

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316 Erdblitze treffen 2015 die Landeshauptstadt.

svz.de von
erstellt am 27.Jul.2016 | 12:00 Uhr

Im Norden gibt es vergleichsweise wenige Gewitter: Der am Dienstag veröffentlichte Blitzatlas 2015 weist für Mecklenburg-Vorpommern einen Erdblitz je Quadratkilometer aus. Weniger Entladungen wurden im vergangenen Jahr nur in Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein und dem Saarland verzeichnet, wie der Blitz-Informationsdienst von Siemens (Blids) mitteilte.

Spitzenreiter war Sachsen mit 2,85 Blitzen je Quadratkilometer. Deutschlands „Blitz-Hauptstadt“ wurde Schweinfurt in Bayern mit einem Wert von 4,5.

Traditionell ist der Süden stärker von Gewittern und damit auch Blitzen betroffen. Doch auch im Norden kann es krachen. So lag Schwerin dem Blitzatlas zufolge 2015 auf Platz 54 der blitzreichsten Städte und Landkreise. 316 Erdblitze wurden gezählt, was einen Wert von 2,42 je Quadratkilometer ergibt. Im Jahr davor waren es nur 83 Blitze und ein Quadratkilometer-Wert von 0,64. Im Mittel der Jahre 1999 bis 2015 liegt die Landeshauptstadt bei 1,22 Blitzen je Quadratkilometer.

Unter den 80 blitzärmsten Städten und Landkreisen finden sich die MV-Landkreise Rostock (Platz 71), Mecklenburgische Seenplatte (Platz 74) und Vorpommern-Greifswald (Platz 80). Die wenigsten Entladungen bundesweit wurden in Kiel und dem Landkreis Plön (Schleswig-Holstein) registriert.

Blids nutzt nach eigenen Angaben rund 160 verbundene Messstationen in Europa. „Aus den Daten der Messstationen können wir bis auf 200 Meter genau ermitteln, wo gerade ein Blitz eingeschlagen hat“, sagte Blids-Leiter Stephan Tern.

 

Gewitter-Lexikon

In Deutschland blitzt es jedes Jahr mehr als zwei Millionen Mal – meist in den Wolken, seltener zwischen Himmel und Erde. Schlägt der Blitz in den Boden sein, wird es lebensgefährlich – besonders im Freien. Denn von der Einschlagsstelle breitet sich Strom in alle Richtungen aus. Die größte Gefahr droht, wenn man direkt vom Blitz getroffen wird.

Was genau passiert, wenn man vom Blitz getroffen wird?

Die Spannung am Körper steigt auf mehrere 100 000 Volt an. Es kommt zu Verbrennungen sowie Nerven- und Muskellähmungen. Zudem wirkt der Strom direkt aufs Herz. Trotzdem gibt es immer wieder Fälle, in denen Menschen das überleben. Spätfolgen wie chronische Schmerzen und Bluthochdruck können aber noch Jahre später auftreten.

Wie kommt es zum Gewitter und zum Blitz?

Gewitter entstehen, wenn an schwülen Tagen warme, feuchte Luftmassen aufsteigen und dabei abkühlen. Es bilden sich Wassertropfen und Eiskristalle. In der Gewitterwolke reichern sich im oberen Teil positiv geladene Eiskristalle an. An der Wolkenunterseite gibt es mehr negativ geladene Wassertropfen. Überschreitet die daraus resultierende Spannung eine bestimmte Schwelle, kommt es zu einem gigantischen Kurzschluss. Der Blitz entlädt sich innerhalb der Wolke oder zwischen Wolke und Boden. Die höchste Blitzdichte des Planeten herrscht im tropischen Zentralafrika.

Wie kann man sich schützen?

Gewitter übersteht man nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes am besten im Auto oder in festen Gebäuden. Wer im Freien überrascht wird, sollte Bäume, Masten, Zäune oder Gewässer meiden und sich möglichst klein machen – am besten hockend in einer Bodenmulde.

 
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