Landwirtschaft MV : Wenig Getreide und Raps

Landwirte hofften vergebens auf gute Ernte.
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Landwirte hofften vergebens auf gute Ernte.

Bauernpräsident: Nächste Krise in der Landwirtschaft ist angesagt

svz.de von
14. August 2016, 09:00 Uhr

Nach der Marktkrise bei Milch und Fleisch ist in der Landwirtschaft nach Angaben von Bauernverbandspräsident Detlef Kurreck die nächste Krise angesagt – im Pflanzenbau. In der laufenden Ernte von Getreide und Raps rechnet er mit 25 bis 30 Prozent Ertragsausfall bei sinkenden Preisen. Die Ernte sei zwar zeitig angelaufen, komme wegen des regnerischen Wetters aber schlecht voran.

Weizen, Raps und Roggen stünden noch auf dem Feld. Ein Drittel der Körner müssten noch eingebracht werden, sagte er gestern. Die Hoffnung, mit dem Pflanzenbau Einbußen in der Tierhaltung ausgleichen zu können, habe sich nicht erfüllt.

Agrarminister Till Backhaus (SPD) sagte, eine schlechte Ernte werfe einen Landwirt nicht aus der Bahn. Bisher seien geringere Erträge immer mit höheren Preisen auf dem Markt einhergegangen. Doch das sei in diesem Jahr anders. „Wir sind auf dem globalen Markt angekommen“, resümierte er. „Es ist nicht mit steigenden Rohstoffpreisen zu rechnen.“ Ein Grund sei, dass noch 20 bis 30 Prozent aus der alten Ernte am Lager waren, als die neue Ernte begann. Bei Brotweizen würden derzeit mit 17 Euro je Dezitonne vier Euro weniger als 2015 gezahlt. Dazu komme, dass die Bauern Schätzungen zufolge 14 Prozent Winterweizen weniger als im Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre ernten und 23 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei Raps würden derzeit 34 bis 38 Euro je Dezitonne gezahlt, im Vorjahr waren es noch 42 Euro. Kurreck führte die um fast ein Drittel geringere Rapsernte in diesem Jahr zu 90 Prozent auf das Fehlen der Rapsbeizung zurück. Die EU hatte die Anwendung des Schädlingsbekämpfungsmittels vor zwei Jahren aus Sorge um die Gesundheit der Bienen ausgesetzt. Dass im vorigen Jahr auch ohne Beizung eine gute Ernte erzielt wurde, führte Kurreck auf das optimale Wetter zurück.

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