Neues Funknetz : Wemag baut eigenes Mobilfunknetz in MV auf

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Energieversorger und Netzbetreiber treiben Digitalisierung der Energienetze voran

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13. Juni 2018, 12:00 Uhr

Der westmecklenburgische Regionalversorger Wemag steigt ins Mobilfunkgeschäft ein und erhöht die Sicherheit im Stromnetz: Zusammen mit fünf weiteren Energieversorgern und Netzbetreibern in Deutschland soll bis 2020 ein Funknetz zur digitalen Vernetzung von Millionen Stromerzeugern und -verbrauchern aufgebaut werden, kündigte das Unternehmen gestern an. Dazu werde ein sogenanntes 450-Megahertz-Funknetz zur Steuerung der Stromnetze, Anbindung intelligenter Messsysteme und zur Notfallkommunikation installiert. Bisher mangele es an sicheren flächendeckenden zuverlässigen Kommunikationslösungen, begründeten die Energieversorger ihre Millionen-Investition. Herkömmliche Mobilfunk- oder Breitbandnetze seien vor allem in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern nicht in ausreichender Qualität und mit den notwendigen technischen Standards nutzbar. Auch Mischtechnologien hätten sich bisher als störanfällig erwiesen. Weder Fest- noch Mobilfunknetze könnten eine ausreichende Flächen- und Gebäudeversorgung sicherstellen.

Wind- und Solarparks übermitteln in Echtzeit, wie viel Strom sie gerade erzeugen, Netzbetreiber regeln bei Engpässen Industrieöfen und Wärmepumpen ab, in den Haushalten melden Smart Meter, ob der Hausbesitzer gerade sein Elektroauto lädt: Die modernen Energienetze suchen den Informationsaustausch. Im neuen Netz sollen 32 Basisstationen für Verbindung sorgen, so die Wemag. Im Vergleich zum öffentlichen Mobilfunk komme das nicht öffentliche 450MHz-Netz mit weniger Basisstationen aus, was die Kosten senke, hieß es. Zudem habe es eine höhere Betriebssicherheit: Herkömmliche Telekommunikationsnetze würden im Fall eines Stromausfalls bereits nach wenigen Stunden ausfallen, erklärte Wemag-Technik-Vorstand Thomas Murche gestern. Das neue Netz sei hingegen mehrfach abgesichert, „hundertprozentig“ funktionsfähig und sichere auch in Gebäuden wie beispielsweise in Kellerräumen die Verbindung zu intelligenten Messsystemen. Murche: „Sollte es je zu einem flächendeckenden Blackout kommen, können wir die Stromnetze schnell wieder hochfahren. Ohne funktionierende Kommunikationsmöglichkeiten wäre das sehr schwer bis unmöglich.“ In den vergangenen Jahren wurden über den 450-MHz-Funk beispielsweise die ICEs der Deutschen Bahn mit dem Internet verbunden.

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