12. Filmfest Wismar : Weltpremiere in Wismar

Erfolgreiche Premiere: Regisseurin Lih Janwitz mit ihrer Protagonistin Takwe Kaenders und Filmfest-Leiterin Sabine Matthiesen (M.).
Erfolgreiche Premiere: Regisseurin Lih Janwitz mit ihrer Protagonistin Takwe Kaenders und Filmfest-Leiterin Sabine Matthiesen (M.).

Von „Frau Metall“ bis „Über Leben in Demmin“: 12. Filmfest bot herausragende Dokumentarfilme aus MV.

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02. Juli 2018, 12:00 Uhr

„Dass mein Film hier zeitgleich zur Fußball-Weltmeisterschaft so viel Aufmerksamkeit bekommt ist erstaunlich“, freute sich Bundesfilmpreisträgerin Juliane Ebner. Sie hatte am Sonnabend ihren sehenswerten Experimentalfilm „Landstrich“ vorgestellt, der das Schicksal einer norddeutschen Familie zwischen Kriegsende und Mauerfall thematisiert. Ihr gelingen starke Bilder und Texte über wenig beleuchtete Kapitel der jüngsten deutschen Vergangenheit. Ein Kunstwerk gegen das Vergessen, der auf der großen Leinwand besondere Wirkung zeigt.

Aber nicht nur ihr Streifen erregte hier hohe Aufmerksamkeit. Nach zwölf Jahren hat sich das Filmfest Wismar als kleine Schwester des Schweriner Filmkunstfestes in der Hansestadt fest etabliert und in der Region viele treue Stammgäste gewonnen. Bereits am Eröffnungstag sorgte die MV-Premiere des Dokumentarfilms „Der letzte Jolly Boy“ von Martin Farkas über den Holocaust-Überlebenden Leon Schwarzbaum für volles Haus und ein packendes Filmgespräch.

Das 12. Filmfest zeigte mit „Über Leben in Demmin“ und „Wildes Herz“ zwei der gegenwärtig erfolgreichsten Dokumentarfilme der Kino-Saison 2018. Auch das ist ein Beleg für eine Filmförderung, die neben hoher inhaltlicher und künstlerischer Qualität nicht vergisst, das „große Kino“ im Auge zu behalten.

Es war einer jener besonderen, für das Filmfest Wismar typischen Momente, als sich im Anschluss an die Aufführung der Demmin-Doku der Zuschauer Klaus Lorenz, 1933 in Demmin geboren, zu Wort meldete und seine persönlichen Erlebnisse im Demmin im Jahr 1945 zu Gehör brachte: „Die Traumata, die in der Kriegszeit ihre Ursache haben und im Verschweigen danach anwuchsen, wirken bis heute nach. Deshalb ist dieser Film so wichtig und heilsam.“

Als Höhepunkt gab es zur Prime-Time eine echte Weltpremiere: Die Regisseurin Lih Janwitz hat die in Mecklenburg tätige Künstlerin Takwe Kaenders ein Jahr lang mit der Kamera begleitet. Die Aufnahmen in den Werkstätten im Rothener Hof, bei Projekten mit Schülern und Menschen mit Behinderung zeigen eine besonderen Menschen, erzählen viel über den Alltag in unserem Land. Dem Künstlerporträt „Frau Metall“ sind noch viele weitere Aufführungen zu wünschen, denn er animiert den Zuschauer auf spielerische Weise über die Suche nach Kreativität, Lebensfreude und Unabhängigkeit nachzudenken.

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