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Spendenaktion einer Mutter in Not : Welle der Hilfsbereitschaft

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr als 80 Mal boten Leser an, einen Beitrag zur Einschulung der kleinen Alexis zu leisten. Leider gibt es einen Haken

svz.de von
erstellt am 26.Apr.2016 | 06:30 Uhr

„Es ist der Wahnsinn!“ Astrid Höger kann es gar nicht fassen. Mehr als 80 Hilfsangebote für ihre sechsjährige Tochter Alexis gingen bis gestern in unserer Redaktion ein. Am Wochenende hatten wir darüber berichtet, dass die alleinerziehende Schwerinerin, die schon seit Jahren keine Arbeit findet, sich für ihre kleingewachsene Tochter keinen Spezialranzen leisten kann. Auch für die übrige Ausstattung und erst recht für eine kleine Feier zur Einschulung fehlt das Geld.

„Danke, dass ihr euch des Problems angenommen habt und mein Unverständnis für eine Bildungspolitik, die unsere Kinder im Stich lässt“, mailte Armin Gawel, „wir möchten helfen.“ Ein Satz, den wir immer wieder hörten oder lasen. Thekla Grimm schrieb: „Der Artikel hat mich sehr betroffen gemacht. Wir geben in Deutschland so viel Geld aus, aktuell auch für die Flüchtlinge und wohl wieder auch für Griechenland, und hier kann ein Kind, das nicht der Norm entspricht, keinen passenden Tornister bekommen!? Wir sollten uns schämen!“

Viele Leser bezifferten gleich den Betrag, mit dem sie Astrid und Alexis Höger unterstützen möchten. Andere boten Rat oder tätige Hilfe an. Der Mädchentreff Gadebusch zum Beispiel lädt beide ein, vor der Eröffnung seines nächsten Flohmarktes aus dem Angebot für Alexis Kleidung für den Schulanfang auszuwählen.

Andere Leser boten Fahrdienste oder gemeinsame Unternehmungen mit Mutter und Tochter an. Denn vielfach stellte sich die Frage, ob finanzielle Zuwendungen nicht auf die Hartz-IV-Leistung angerechnet werden. Tatsächlich besteht diese Gefahr, nicht aber bei einmaligen zweckgebundenen Spenden – solange sie bestimmte Freibeträge nicht überschreiten. Frau Höger ist darüber mit dem Jobcenter im Gespräch. Sobald Einzelheiten und die Daten für ein Spendenkonto feststehen, werden wir beziehungsweise Frau Höger alle, die helfen wollen, informieren. Zu den potenziellen Unterstützern gehört neben mehreren Firmen auch der Kiwanis-Club zu Schwerin, der seit zehn Jahren Kinder aus sozial schwachen Familien unterstützt. Wie uns Kerstin Alwardt schrieb, würde der Club „selbstverständlich die Kosten für den speziellen Ranzen samt Inhalt zu Alexis’ Schulstart gern übernehmen“. Auch eine längerfristige Partnerschaft sei vorstellbar.

Astrid Höger ist überglücklich und dankt schon jetzt allen, die helfen wollen. „Es ist ja viel mehr, als wir brauchen. Vielleicht könnten dann auch noch andere bedürftige Kinder unterstützt werden“, regt sie an.

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