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SVZ-Werkstattgespräch : Welches Europa wollen wir?

vom
Aus der Onlineredaktion

Werkstattgespräch mit Lesern im Verlagshaus der SVZ

von
erstellt am 23.Jan.2017 | 21:00 Uhr

Erstmals seit 50 Jahren scheint das Friedensprojekt Europa auf der Kippe zu stehen – wegen Bedrohungen von innen wie außen. Populismus, Kriege, Austritte aus der EU und unberechenbare politische Entwicklungen bringen die Institution Europa ins Wanken. Darum stellte sich auch im Verlagshaus dieser Zeitung die Frage, „was für ein Europa wollen wir eigentlich?“

Antworten soll eine Dialogreihe des Auswärtigen Amtes geben, bei der bundesweit Politiker mit den Bürgern ins Gespräch kommen. Am gestrigen Abend beantwortete Dr. Martin Schäfer als Sprecher des Auswärtigen Amtes und von Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Fragen der zahlreichen Gäste. Die Veranstaltungsreihe ist ein Versuch, das Ist und Soll der EU aus Sicht der Bürger zu ergründen und ihren Vorstellungen mehr Gehör zu verschaffen. So soll ein den aktuellen Bedürfnissen angepasstes Zielbild von Europa entstehen.

Auslöser dieser Überlegungen war die Entscheidung Großbritanniens zum Brexit – unterstrichen nicht zuletzt durch die Wahl Donald Trumps als US-Präsident. Auch er spricht sich offen gegen Europa aus. Zudem scheinen die Krisen der Welt uns auch in Deutschland immer mehr auf den Pelz zu rücken. „Dieses Gefühl ist neu“, erklärt Schäfer. Ihn erinnere beispielsweise das Verhalten von Trump und Putin an den Kalten Krieg. „Man hat das Gefühl, die beiden autoritären Führer würden über unsere Zukunft entscheiden.“

Darum sei es wichtiger denn je, dass die Mitglieder der Europäischen Union zusammen hielten, waren sich Schäfer und auch die anwesenden Gäste einig. Sie wünschten sich mehrheitlich eine europäische Wertegemeinschaft, statt individuell agierender Staaten mit eigenem Recht. Fraglich fanden die Gäste jedoch die Bemühungen der Europäischen Kommission um Dinge wie den Krümmungsgrad von Gurken. „Da gibt es wichtigeres zu tun“, urteilten sie. Doch ein komplexer Staaten- und Interessenbund wie die EU lässt sich, so ein mögliches Fazit der Veranstaltung, schwer im Kleinen erklären.

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