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Bauern schätzen Ernte : Weizen gut, Raps schwächer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Bauernverband rechnet mit einer schwächeren Ernte als in den beiden guten letzten Jahren

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirte rechnen 2016 trotz Wetterkapriolen mit einer guten Ernte bei Weizen, bei Raps aber mit geringeren Erträgen als in den Vorjahren. Das erklärte Detlef Kurreck, Präsident des Landesbauernverbandes, gestern in Wanzka (Kreis Mecklenburgische Seenplatte). Weizen und Raps wachsen auf rund der Hälfte der 1,1 Millionen Hektar Ackerfläche im Nordosten und gelten als wichtigste Einnahmequellen. In der Nordost-Agrarbranche sind laut Verband rund 20 000 Menschen beschäftigt.

Hauptproblem für die empfindlichen Pflanzen seien Kahlfröste gewesen: Der plötzliche Umschwung von acht Grad plus auf zwölf Grad minus innerhalb eines Tages im Dezember 2015 ohne schützenden Schnee. Dazu sei der Mai sehr trocken gewesen.

„Ich habe in meinem Betrieb 120 Hektar Winterweizen deshalb umbrechen und Sommerweizen drillen lassen“, erklärte Kurreck, der einen Betrieb bei Rostock führt. Beim Raps komme hinzu, dass die Saat im zweiten Jahr nicht gegen Schädlinge gebeizt werden durfte. Die EU hatte das Beizmittel zeitweise verboten, um zu untersuchen, inwieweit es zu Schäden in Bienenstöcken führt.

So seien beim Raps zum Teil Schäden durch Kohlfliegen entstanden.

Dies sei am dünneren Bewuchs erkennbar. Der Pflanzenexperte des Verbandes, Frank Schiffner, forderte die Wiederzulassung der Beize in diesem Herbst für den Nordosten.

Insgesamt sorge die Ernte dafür, dass endlich wieder Geld in die Kassen komme und krisengeschüttelte Milchviehbetriebe wieder liquider seien, erläuterte der Verbandspräsident. Nun hoffe die Agrarbranche vor allem auf trockeneres Erntewetter. Wegen des durchwachsenen Wetters habe mit dem Dreschen der Wintergerste erst sehr stockend begonnen werden können. Einige Betriebe an der Seenplatte seien schon fertig, andere hätten noch gar nicht angefangen.

Winfried Wagner

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