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Rügen : Weiterer Windpark entsteht im Küstenmeer

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Baltic 1 entsteht ein zweiter Offshore-Windpark in der Zwölf-Seemeilenzone vor Mecklenburg-Vorpommern.

svz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 07:49 Uhr

Nach Baltic 1 entsteht ein zweiter Offshore-Windpark in der Zwölf-Seemeilenzone vor Mecklenburg-Vorpommern. Das Staatliche Amt für Umwelt und Landwirtschaft in Stralsund hat die Genehmigung für den Bau von Arcadis Ost 1 erteilt. Der Investor, die KNK Wind GmbH, treibt seine Planungen zum Bau des Projektes voran. Die Finanzierung für das mehr als eine Milliarde Euro teure Projekt rund 19 Kilometer nordöstlich von Rügen solle bis Ende 2015 stehen, sagte gestern Geschäftsführer Tilo Vogdt.

Die KNK Wind GmbH, zu deren Gesellschaftern unter anderem die WV Energie AG, die Innsbrucker Kommunalbetriebe und die Stadtwerke Bar Vilbel gehören, will 58 Anlagen bis 2018 mit einer Nennleistung von jeweils sechs Megawatt errichten. Das wären nach derzeitigem Stand die leistungsstärksten Windkraftanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee, sagte Vogdt. Für die Genehmigung hat das Umweltamt Gebühren von 2,45 Millionen Euro erhoben.

Für Windparks im Küstenmeer – die Zwölf-Seemeilenzone – ist das Land zuständig. Bislang steht in diesem Bereich Baltic 1, das 2011 rund 16 Kilometer vor dem Darß in Betrieb ging. Weitere Anträge lägen nach der Genehmigung für Arcadis Ost 1 für die Zwölf- Seemeilenzone bislang nicht vor, hieß es vom Amt in Stralsund. Das könnte sich aber mit dem neuen Landesraumentwicklungsprogramm ändern. Der Entwurf von Energieminister Christian Pegel (SPD) beinhaltet weitere Eignungsräume für Windparks im Meer. Diese sehen unter anderem vor, dass Offshore-Windparks bis zu sechs Kilometer vor der Küste ausgebaut werden können. Insgesamt hat das Land bislang ein Vorrang- und Vorbehaltsgebiet von 590 Quadratkilometern vorgesehen – vor allem vor dem Darß. 155 Quadratkilometer will das Land dort für Offshoreanlagen reservieren, vor Warnemünde 95, vor Graal-Müritz 80 und nordwestlich Hiddensees 70 Quadratkilometer. Betroffene Gemeinden und Touristiker kritisieren die Pläne scharf. Die Anlagen von Arcadis Ost 1 erreichen eine Gesamthöhe über dem Meer von 150 Meter.

Neben der Finanzierung richtet KNK Wind das Augenmerk auf den Bau. Bereits jetzt würden Vorgespräche mit potenziellen Auftragnehmern geführt. Alstom soll die Windkraftanlagen bauen, sagte Vogdt. Mit Nordic Yards sei man über den Bau der Konverterplattform im Gespräch.

Basis für den Bau der Anlage werde der Fährhafen Sassnitz. Von dort wird bereits der Aufbau der Windparks Baltic 2 und Wikinger organisiert. Für Arcadis Ost 1 sollen dort 2016 die landseitigen Vorbereitungen starten, ein Jahr später die Arbeiten auf dem Wasser. Im Jahr 2018 soll der 348 Megawatt starke Windpark in Betrieb gehen.

Außerhalb der Zwölf-Seemeilenzone 30 Kilometer nordwestlich von Rügen errichtet EnBW derzeit den Windpark Baltic 2. Er soll 2015 ans Netz gehen. Im selben Jahr will Iberdrola mit dem Bau des Offshore-Parks Wikinger rund 30 Kilometer nordöstlich von Rügen beginnen. Für den Bereich außerhalb der Zwölf-Seemeilenzone ist der Bund zuständig.

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