zur Navigation springen

Pikante Personalie : Weiter Kritik an Sellering-Einstellung

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Landespolitiker fordern anonyme Auswahlverfahren

svz.de von
erstellt am 30.Mär.2017 | 21:00 Uhr

Die Diskussion um die Beschäftigung von Britta Sellering, der Ehefrau von Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), beim Landesrechnungshof Mecklenburg-Vorpommerns ebbt nicht ab. Linke und Grüne kritisierten gestern das Auswahlverfahren.

Statt der nun gewählten zweijährigen Abordnung aus einer Bundesbehörde wäre auch eine befristet ausgeschriebene Stelle möglich gewesen, sagte Grünen-Landeschefin Claudia Müller. „Es gibt viele gut ausgebildete Menschen in MV, die mit Sicherheit einer Anstellung in Schwerin nicht abgeneigt gewesen wären. Die jetzige Personalentscheidung schwächt das Vertrauen der Menschen in den Rechnungshof und die Regierung“, konstatierte Müller. Der Landtagsabgeordnete der Linken, Peter Ritter, mahnte grundlegende Änderungen bei der Stellenbesetzung in Landesbehörden an und forderte anonymisierte Bewerbungsverfahren. „Die Landesregierung und allen voran der Ministerpräsident wären gut beraten, den Vorwurf des Filzes ernst zu nehmen und die Art des Großherzogs endlich abzulegen“, sagte Ritter. Anonymisierte Verfahren garantierten Chancengleichheit und schlössen Mauscheleien aus. Ritter kündigte für Mai einen entsprechenden Antrag im Landtag an.

Britta Sellering ist derzeit beim Bundesfinanzministerium beschäftigt und ab April für zwei Jahre an den Landesrechnungshof in Schwerin abgeordnet. Sie soll dort jene Abteilung verstärken, die sich mit Länder- und Kommunal-Finanzausgleich befasst.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhardt Rehberg verband mit der künftigen Tätigkeit von Frau Sellering die Hoffnung, dass die vom Bund gewährten Finanzhilfen für Kommunen künftig auch vollständig durchgereicht werden. „Vielleicht kann Frau Sellering auch die klebrigen Finger des Finanzministers und ihres Mannes ein wenig putzen, um die Mittel des Bundes für die Städte und Gemeinden auch dort ankommen zu lassen, wo sie hingehören“, erklärte Rehberg.

LRH-Präsidentin Martina Johannsen hatte gestern bereits Kritik an der Beschäftigung Sellerings zurückgewiesen. Die Präsidentin verwies auf eine reguläre Ausschreibung im Bundesfinanzministerium. Eine befristet ausgeschriebene Stelle, wie von den Grünen gefordert, sei nicht in Frage gekommen. „Die hätten wir maximal für ein Dreivier-teljahr finanzieren können. Dafür kommt niemand nach Schwerin“, sagte Johannsen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen