Kehrtwende der Lufthansa : Weiter im Zeichen des Kranichs

Informationszentrum in Groß Mohrdorf
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Informationszentrum in Groß Mohrdorf

Lufthansa steigt wieder als Sponsor in den Schutz der Zugvögel ein

svz.de von
07. Februar 2018, 21:00 Uhr

Der Kranichschutz und damit das Informationszentrum in Groß Mohrdorf (Vorpommern-Rügen) bekommen doch wieder Unterstützung vom Luftfahrtkonzern Lufthansa. Die Lufthansa Group und Kranichschutz Deutschland wollen ihre Kooperation fortsetzen, sagte eine Sprecherin der Lufthansa Group gestern. Derzeit liefen entsprechende Gespräche mit dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) als Gesellschafter der Kranichschutz Deutschland gGmbH.

Im Herbst hatte der Luftfahrtkonzern – der in diesen Tagen das vor etwa 100 Jahren entworfene Kranich-Logo feiert – nach 26 Jahren seinen Ausstieg als Sponsor für den Kranichschutz angekündigt, was zu Protesten geführt hatte. Das Kranichinformationszentrum sah sich mit dem Wegfall von jährlich 150 000 Euro in seiner Existenz bedroht. Mit dieser Summe sicherte der Luftfahrtkonzern rund ein Drittel der jährlichen Haushaltsmittel.

Der Kranich begleitet die deutsche Luftfahrt seit 1918 – zunächst als Logo für die Deutsche Luft-Reederei (DLR), dann für die Lufthansa. „Wir sind froh, dass die Unsicherheit jetzt beendet ist und wir unsere Arbeit fortsetzen können“, sagte Günter Nowald, Geschäftsführer der gemeinnützigen Kranichschutz gGmbH. Er rechne damit, dass der neue Vertrag noch im Februar unterschriebe werde. Die Tochtergesellschaft des Naturschutzbundes betreibt nicht nur ein Kranich-Informationszentrum an einem der bedeutenden Rastplätze Deutschlands im vorpommerschen Groß Mohrdorf, sondern erforscht zusammen mit Wissenschaftlern aus anderen Ländern das Brut- und Rastverhalten der bis zu 1,20 Meter großen, geschützten Zugvögel.

Lufthansa hatte das Sponsoring-Aus im Herbst mit einer neuen Schwerpunktsetzung seines Engagements begründet. Der Konzern wolle die Förderung auf soziale Hilfsprojekte in der Welt und die humanitäre Soforthilfe im Katastrophenfall konzentrieren, hieß es damals.

Bei vielen Fluggästen und bei Mitarbeitern der Lufthansa kam das nicht gut an: „Wir haben nach dem Rückzug sehr viel Unterstützung von Lufthansa-Mitarbeitern und Bürgern erfahren“, sagte Nowald. Einige hätten angekündigt, den Kranich jetzt mit privaten Spenden unterstützen zu wollen. Das zeige, welchen Imagewert der Kranich für das Unternehmen habe.

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