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LTE-Funknetz in Ludwigslust/Lübtheen : Weiße Flecken beim Internet schließen

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Nicht immer ist er auf den ersten Blick zu entdecken, der technische Fortschritt. In Ludwigslust zeigt er sich in zwei neuen Antennen, die auf dem Funkturm am Kamp auch für den Fachmann nur schwer zu entdecken sind.

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erstellt am 24.Apr.2012 | 10:08 Uhr

Ludwigslust/Lübtheen | Nicht immer ist er auf den ersten Blick zu entdecken, der technische Fortschritt. In Ludwigslust zeigt er sich in zwei neuen Antennen, die auf dem Funkturm am Kamp auch für den Fachmann nur schwer zu entdecken sind. Auch im Inneren des technischen Gebäudes geht es eher unspektakulär zu. Ein kleines Schränkchen, ein Einschub mit blinkenden Lampen, Kabel und Leitungen, die zu den Antennen führen, mehr ist vom neuen LTE-Netz in Ludwigslust nicht zu sehen. Den Vorteil haben ab sofort die Nutzer, die im Umkreis von gut acht Kilometern vom Turm wohnen. Mindestens 7,2 MBit/s beim Herunterladen und 1,4 MBit/s beim Senden ins Netz garantiert die Telekom ihren Internetkunden in diesem Bereich. Für Laien: Das ist schon ein Breitbandanschluss im Internet, in dessen Genuss bisher nur Kunden kamen, die über mindestens eine DSL-Leitung verfügen. Doch DSL bekommen aufgrund des enormen technischen Aufwandes längst nicht alle Bereiche, schon gar nicht auf dem Land. Das neue Netz (Long Term Evolution) verheißt dagegen für die Nutzer in wirklich ländlichen Bereichen den zügigen Anschluss an die neue Internetwelt. Wichtig nicht nur für Privatkunden sondern auch für Firmen. Im Gegensatz zu bisherigen Funknetzen (z. B. UMTS) sollen die Versorger dieses Mal erst die "weißen Flecken" bei der Versorgung auf dem flachen Land schließen, bevor sie an Ballungszentren gehen. Nachteil: Die Telekom kümmert sich nicht allein um das Thema, und das Unternehmen kann schon aus finanziellen Gründen kein lückenloses Netz aufbauen. Das bedeutet, auch wenn Vodafone und O2 ihre eigenen Netze im LTE-Bereich aufbauen, muss man als Kunden immer erst beim Anbieter der Wahl nachfragen, ob man das Netz überhaupt nutzen kann.

Im Vergleich zur bisherigen Situation ist die Versorgung mit einem schnellen Internetzugang jedoch schon deutlich besser geworden. Allerdings muss man auch bei der neuen Technik die Tücken des Mobilfunks beachten. Damit das Ganze funktioniert, muss man senden und empfangen können. Anders ausgedrückt: Wer direkte Sicht zum Funkturm ohne Hindernisse wie Wald oder Gebäude hat und sich innerhalb der acht Kilometer befindet, der hat gute Karten.

Für die Aufrüstung des Ludwigsluster Turms gibt das Unternehmen z. B. den nördlichen Bereich von Ludwigslust, Teile von Weselsdorf sowie von Groß Laasch als LTE-fähig an. Fast zeitgleich kam die Meldung, dass auch der lange umstrittene Lübtheener Bereich mit der neuen Funktechnik der vierten Generation versorgt ist. Die wirksame Reichweite kann sogar bis zu zehn Kilometer betragen. Für die Installation der neuen Technik werden meist vorhandene Funktürme genutzt. Weiteres Kriterium ist natürlich die Zahl der Kunden oder das Kundenpotential, dass z. B. die Telekom im einzelnen Bereich vermutet. Sicher scheint aber zu sein, dass die mobile Funktechnik künftig die Verbindung der Wahl sein wird, die nächste Generation der LTE-Netze steht schon in den Startlöchern, noch kleiner, noch leistungsfähiger.

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