Weiß wie eine Kalkwand

Blässe entsteht häufig als Stressreaktion des Körpers. Foto: ddp
Blässe entsteht häufig als Stressreaktion des Körpers. Foto: ddp

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12. Dezember 2008, 08:14 Uhr

Eine kalkweiße Gesichtsfarbe ist kein gutes Zeichen. Zwar führt der Mangel an Sonnenstrahlen im Winter bei vielen Menschen zu einem eher hellen Teint, aber in erster Linie gilt die Blässe als Hinweis auf einen schlechten Gesundheitszustand. "Blässe entsteht häufig als Stressreaktion des Körpers", erklärt Professor Wolfram Delius vom Berufsverband Deutscher Internisten.

Wenn Krankheitserreger über den Körper herfallen oder eine Verletzung zu einer blutenden Wunde führt, reagiert der Organismus mit einer Art Alarm-Programm. "Auslöser des Stresszu stands kann zum Beispiel eine Infektion oder ein Blutverlust sein", erläutert Delius.

Bei fallendem Blutdruck wird dann das Stresshormon Noradre nalin in die Blutbahn ausgeschüttet, das zu einer Verengung der Gefäße führt. Die Durchblutung konzentriert sich auf lebenswichtige Körperregionen wie das Herz, in weniger zentralen Bereichen des Herz-Kreislauf-Systems wie der Haut geht die durchfließende Blutmenge dagegen zurück. Im Gesicht führt dies dazu, dass eine sonst eher rosige Farbe einer käsigen Blässe weicht.

Eine ähnliche Schockreaktion läuft auch bei starken emotionalen Reizen ab, die Angst oder Zorn hervorrufen, sagt der Internist. Eine Sprachwendung wie "blass sein vor Schreck" deute auf dieselben Prozesse hin.

Erst wenn neben der Blässe auch weitere Symptome auftreten, ist eine gezieltere Eingrenzung der Erkrankung möglich. "Aufgrund eines blassen Gesichts allein kann ich keine Diagnose stellen", betont Delius. So seien auch Menschen blass, die etwa an Blutarmut (Anämie) litten. Hier müsse aber zum Beispiel geklärt werden, ob dahinter chronischer Blutverlust oder eine mangelnde Blutbildung, zum Beispiel aufgrund von Eisenmangel, stecke.

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