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Ganter August : Weihnachtsgans Auguste schnattert noch

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Sie ist eine Berühmtheit, seit sie im DDR-Kinderfilm „Weihnachtsgans Auguste" die Hauptrolle gespielt hat. Doch ein Ende der schneeweißen Gans als Festtagsbraten ist definitiv ausgeschlossen.

svz.de von
erstellt am 16.Dez.2011 | 10:14 Uhr

Marzahne | Dick und rund watschelt die schneeweiße Gans schnatternd in ihrer Box herum. Hier noch ein Körnchen gefuttert, da sich ein Salatblatt hereingestopft. Normalerweise würde man so einem prächtigen Federvieh in der Weihnachtszeit keine großen Überlebenschancen einräumen. Doch ein Ende als Festtagsbraten ist definitiv ausgeschlossen.

Sie ist eine Berühmtheit, seit sie im DDR-Kinderfilm "Weihnachtsgans Auguste" (Regie Bodo Fürneisen) 1988 die Hauptrolle gespielt hat. Schon im Fernsehmärchen hat sie mit ihrem Charme alle Versuche abgewehrt, als Weihnachtsschmaus zu enden. In der Realität ist es ihr stolze 25 Jahre lang gelungen. "Gustje hat Wohnrecht bei mir auf Lebenszeit", sagt Tiertrainer Michael Schweuneke.

Der 41-Jährige betreibt in Marzahne bei Brandenburg/Havel eine Filmtierschule. Sein Vater hatte sie 1978 gegründet. "Unser Tierangebot reicht von A wie Affe bis Z wie Zebra." Mehr als 80 Arten hält er in einem eigenen Tierpark. Seine Tiere haben schon mit Weltstars wie Jackie Chan, Jude Law oder Armin Mueller-Stahl gespielt. Auch in großen deutschen TV-Produktionen wie "Die Flucht" oder "Die Gustloff" übernahmen Schweunekes Schützlinge die tierischen Parts.

Weihnachtsgans Auguste, die eigentlich ein Ganter August ist, gehört zu den ersten wirklichen Stars der Filmtierschule aus Potsdam-Mittelmark. "Der Ganter ist 1987 bei uns geschlüpft." Insgesamt vier Hausgänse sind per Brutkasten für das Kinderfilmprojekt herangezüchtet worden. "August hat sich am besten gemacht." Außerdem kann man vor der Kamera gar nicht erkennen, ob es sich um einen Ganter oder eine Gans handelt.

Im Film will Opernsänger Ludwig Löwenhaupt seiner Familie zu Weihnachten einen fetten Festbraten servieren. Hierzu kauft er eine Gans, die im eigenen Keller gemästet werden soll. Was er aber nicht ahnt, ist, dass seine Kinder die Gans "adoptieren", sie auf den Namen "Gustje" taufen. Letztlich endet das Federvieh nicht im Bratofen, sondern wird zum Haustier der Familie.

Wie im Film ist der Original-Auguste keine Feder gekrümmt worden - inzwischen seit 25 Jahren. "30 Jahre und mehr sind als Gans in Haustierhaltung durchaus möglich", sagte Karl-Heinz Heller vom Schlachtbetrieb aus Neuseddin (Potsdam-Mittelmark). Für "normale" Weihnachtsgänse ist dies ein nahezu biblisches Alter. "Im Durchschnitt werden sie nur 16 bis 24 Wochen alt. Dann sollten sie als Festtagsbraten auf die Tische", sagt Heller.

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