Tradition : Weihnachten in Familie

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Ob Tannenbaum schmücken am Vormittag, Krippenspiel am Nachmittag oder Würstchen mit Kartoffelsalat am Abend – Maika Rüffer aus Schwerin verbringt die Festtage mit ihren Lieben traditionell

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22. Dezember 2014, 12:00 Uhr

W eihnachten ist das Fest der Familie. Laut einer Studie feiert jeder Dritte ganz traditionell mit der engsten Familie, Baum und Weihnachtsmusik.Darauf legen auch Maika Rüffer und Robert Krüger aus Schwerin viel Wert.

Das Weihnachtsfest feiert Maika Rüffer in diesem Jahr das erste Mal bei den Schwiegereltern in Greifswald. „Ich bin gespannt, wie es dort abläuft. Denn bisher habe ich Weihnachten immer mit meinen Eltern gefeiert“, verrät Maika, die Klueß bei Güstrow aufgewachsen ist. Seitdem ihr Sohn Edgar (1.) auf der Welt ist, haben sie und ihr Partner Robert beschlossen, das Weihnachtsfest jeweils im Wechsel einmal bei ihren Eltern und einmal bei seinen Eltern zu verbringen.

In Greifswald erwartet die kleine Familie traditionell an Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen. Am ersten Feiertag gibt es Ente, am zweiten Tag soll ein Wildschweinbraten die Gaumen erfreuen. Einen Tag vor Heiligabend treffen sich die jungen Eltern mit Freunden: Dann wird Feuerzangenbowle getrunken, und zwar während der gleichnamige Film dazu läuft. Ein Ritual.

Ebenso der Weihnachtsbaum, der Heiligabend geschmückt und aufgestellt wird. Doch diesmal muss er auf der Terrasse stehen. Denn: „Edgar läuft und krabbelt durch die Gegend, er ist neugierig und möchte am liebsten alle Schubladen öffnen oder stößt Dinge auch einfach um“, erklärt Maika. Auf die funkelnden Kinderaugen, wenn Edgar sein Geschenk bekommt, freut sich die junge Mutter schon. Generell haben Maikas und Roberts Familien sich so geeinigt, dass es kleine Dinge sein sollen, die sie sich schenken. „Ich halte nichts vom Überhäufen mit Geschenken“, betont die 34-jährige Lehrerin. Besonders beliebt sind Fotogeschenke. Dafür waren sie gerade bei einem Fotoshooting. Die Bilder gibt es dann als Fotokalender oder als Familienbild.

Auch im vorigen Jahr hat sich die Familie der Schwerinerin über so ein persönliches Geschenk gefreut. Da ging es zu Weihnachten in ihre Heimat nach Klueß bei Güstrow. Das Fest lief dort bisher immer klassisch ab. Angefangen vom Schmücken des Weihnachtsbaums am Vormittag, über das nachmittagliche Krippenspiel bis hin zum traditionellen Abendessen. Vor und nach dem Essen wurde bei einem Laib Brot mit Salz und der Bibel das Gebet gesprochen. „Der Heiligabend war bei uns immer verplant,“ erzählt Maika. So traf sich die Familie nach der Bescherung mit den Verwandten. Gemeinsam hörten sie „Weihnachten in Familie“ von Frank Schöbel. Dazu wurden Apfelsinen geschält und Nüsse geknackt. Die Festtage nutzte die Familie für entspannte Spaziergänge durch den Wald.

Weihnachten ist für Maika schon immer ein besonderes Fest. Als Kind habe sie vorher versucht, herauszufinden, welche Geschenke sie bekommt. „Ich sollte einmal ein Puppenhaus bekommen. Das wusste ich“, berichtet die Schwerinerin und fügt hinzu: „Als ich mir das Geschenk heimlich genauer ansah, merkte ich, dass etwas fehlte.“ Ihre Eltern hatten ein Teil entfernt, um zu testen, ob ihre Tochter etwas bemerkt. Bei der Bescherung dann kämpfte Maika mit den Tränen, sagte aber tapfer: „Ist alles gut, ich freue mich.“ Gruselig fand Maika immer die Weihnachtsmannmasken. „Aber wer damals den Weihnachtsmann gespielt hat, daran kann ich mich nicht mehr erinnern“, sagt die junge Mutter schmunzelnd.

Seit ihrer Kindheit begleiten sie klassische Defa-Märchen wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, „Frau Holle“ oder „Der gestiefelte Kater“. Das gehöre zu Weihnachten dazu wie die Kugeln am Tannenbaum. Auf den Song „Last Christmas“ allerdings, der im Radio rauf und runter gespielt wird, verzichtet die 34-Jährige so gut es geht: „Ich kann das nicht mehr hören.“

Auf die Weihnachtszeit stimmt sich Maika immer mit festlicher Dekoration in ihrer Wohnung ein. Ihr Partner Robert musste häufig in den Keller, um Lichterkette oder Adventskranz zu holen. Wichtig dabei ist, dass Sohn Edgar nicht an die Deko herankommen kann. Denn die Wohnung muss kindersicher sein.

Für die besinnliche Stimmung stehen auch Besuche auf dem Schweriner Weihnachtsmarkt auf ihrem Programm. Dresdner Handbrot und Mutzen mochte die 34-Jährige besonders gern. Aber statt Glühwein gibt es nun Sanddornsaft. Denn ihr zweites Kind ist unterwegs. Ein Geschwisterchen für Edgar. Spannend wird dann, wie die kleine Familie das kommende Weihnachtsfest begeht. Theoretisch wäre der Besuch in Klueß geplant. Doch praktisch lässt es sich noch nicht voraussagen, wie es mit zwei kleinen Kindern sein wird.

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