Mecklenburg-Vorpommern : Wegerecht kontra Reittourismus?

Reiteridylle bei Sonnenuntergang am Ostseestrand von Wustrow
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Reiteridylle bei Sonnenuntergang am Ostseestrand von Wustrow

MV bietet mit seinen weiten Landschaften beste Voraussetzungen für einen Reiturlaub – Verbote schrecken aber Gäste ab.

Die Weiterentwicklung des Reittourismus in Mecklenburg-Vorpommern wird nach Expertenmeinung durch das restriktive Reitwegerecht behindert. „Man darf nur dort reiten, wo es erlaubt ist und nicht wie in anderen Bundesländern dort, wo es nicht verboten ist“, sagte der Berliner Tourismusforscher Matthias Feige vor der 6. Fachtagung Reittourismus gestern in Gneven bei Schwerin. „Millionen Menschen interessieren sich für Pferde, das Potenzial müssen wir erschließen.“ Mit der geltenden Regelung blieben jedoch viele dieser Chancen ungenutzt. Davon würden die Länder profitieren, deren gesetzliche Regelungen liberaler gestaltet sind.

Trotz der Einschränkungen ist das Reitwegenetz im Land nach Angaben des Tourismusverbandes in den vergangenen Jahren größer geworden. Wurden im Jahr 2001 mehr als 4700 Kilometer Reitwege gezählt, waren es 2013 schon knapp 6500. Reiter und Touristen beklagen aber, dass es noch zu wenig Kartenmaterial über das Reitwegenetz gibt.

Den Angaben zufolge gibt es im Land mehr als 300 Reiterhöfe und 250 Vereine, die Wanderreittouren, Ausbildungen und Urlaub rund ums Pferd anbieten. Schätzungen zufolge leben rund 21 000 Warm- und Kaltblüter sowie Lewitzer und Ponys im Nordosten, Experten gehen von gut 4000 Pferdehaltern aus.

Nach Ansicht Feiges hat das Reiten für das Land noch mehr Potenzial. So könnte etwa das Thema „Gesundheit für Pferd und Reiter“ ausgebaut werden. Es gebe bereits Reit-Therapieangebote für Soldaten, die traumatisiert aus Kriegen zurückkommen. Dazu passten auch Veranstaltungen zu Hengstparaden wie in Redefin oder die Rennwoche in Bad Doberan. Der Nordosten biete jährliche Fachveranstaltungen zum Pferdetourismus an. „Selbst aus Warendorf, dem Mekka des Pferdesports, kommen Leute um zu sehen, wie die touristische Seite des Pferdes entwickelt und vermarktet werden kann“, sagte Feige, der beim Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) in Berlin arbeitet.

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