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Wegen Schulden: Zwei Sternberger foltern Gastwirt

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erstellt am 20.Apr.2012 | 09:22 Uhr

Sternberg/Rostock | Brutales Entführungsdrama: Weil ein Gastwirt aus dem Landkreis Rostock nicht zahlen wollte, verschleppten ihn zwei Sternberger und folterten ihr Opfer stundenlang. Nach einer spektakulären Fahndungsaktion sitzen die Täter seit gestern im Gefängnis. Der 38-Jährige Gastwirt Achmed B. (Name geändert) muss Todesängste ausgestanden haben. Am Nachmittag des Karfreitags stürmten zwei Männer seine Gaststätte, prügelten auf ihn ein, fesselten ihn und stießen ihr Opfer in einen Transporter. Dann rasten sie bis kurz vor Sternberg, zogen Achmed B. in ein abgelegenes Gebäude und bearbeiteten den 38-Jährigen weiter. Wie im Krimi schlugen der 31- und der 40-jährige Täter mit Fäusten und Stöcken auf den Entführten ein, forderten eine größere Bargeldsumme.

Weil er nicht zahlen konnte, verriet der Gastwirt seinen Peinigern, dass ein anderer Mann ihm noch Geld schulde. Die beiden Sternberger zwangen ihr Opfer, schnell ein Treffen zu arrangieren, fuhren mit ihm zum vereinbarten Ort. Das zweite Opfer rollte mit seinem schwarzen Mercedes E-Klasse CDI 320 vor, hatte keine Chance gegen die beiden Sternberger. Die Männer schlugen sofort auf den Bekannten ihrer Geisel ein, schleppten ihn ebenfalls in ihren Transporter und fuhren wieder in die Nähe von Sternberg, einer der Täter lenkte den Mercedes des zweiten Opfers. Dann ging die stundenlange Tortur weiter. Das brutale Duo behielt am Ende den Mercedes, ließ die Gefolterten frei und setzte ihnen eine Frist zur Zahlung des Bargeldes.

"Unmittelbar nach dieser Tat nahm die Kripo Rostock die Ermittlungen wegen erpresserischen Menschenraubes und gefährlicher Körperverletzung auf", so Kriminalhauptkommissar Volker Werner vom Polizeipräsidium Rostock. Die beiden Männer befanden sich seit der Tat auf der Flucht. Zusammen mit dem Sondereinsatzkommando durchsuchten die Rostocker Kriminalisten die Sternberger Wohnungen und sicherten dabei nach Polizeiangaben umfangreiches Beweismaterial. Bis heute konnte allerdings der schwarze Mercedes des zweiten Opfers nicht gefunden werden. Am Donnerstagabend schlug die Polizei dann zu: Fahnder der Kripo Rostock nahmen den 31-jährigen, aus der Türkei stammenden Tatverdächtigen in Sternberg fest. Wenig später stellte sich der zweite Tatverdächtige mit seinem Rechtsanwalt. Nach Vorführung beim Haftrichter wurden die beiden Beschuldigten in die Justizvollzugsanstalt eingewiesen.

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