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Verregneter Sommer brachte Zeitplan durcheinander : Wegebau im Schlosspark von Wiligrad

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"Die Bauleute legen sich mächtig ins Zeug. Und derzeit spielt auch das Wetter mit", freut sich Dietmar Braune von der Schlösserverwaltung MV über den Baufortschritt bei der Parksanierung am Schloss Wiligrad.

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erstellt am 19.Nov.2011 | 04:43 Uhr

Wiligrad | "Die Bauleute legen sich mächtig ins Zeug. Und derzeit spielt auch das Wetter mit", freut sich Dietmar Braune von der Schlösserverwaltung MV über den Baufortschritt bei der Parksanierung am Schloss Wiligrad. Doch der Diplom-Gartenbauingenieur schränkt gleichzeitig ein: "Wir werden mit dem ersten Bauabschnitt in diesem Jahr wohl nicht mehr fertig werden. Der durch den verregneten Sommer entstandene Zeitverzug ist nicht mehr komplett aufzuholen."

Das ist der Wermutstropfen bei einem Projekt, das dem Fachmann von der Schlösserverwaltung neben viel Arbeit ebenso viel Freude bereitet. Glücklicherweise fällt der Zeitverzug in Wiligrad nicht so sehr ins Gewicht. Denn die

19 Hektar des einstigen Waldparkes am Schloss, die heute dem Land gehören, sollen in Etappen nach historischem Vorbild hergerichtet werden. 2,8 Millionen Euro kann das Land mit Hilfe von EU-Fördermitteln in dieses ehrgeizige Projekt stecken. Rund eine Million Euro sollten in diesem Jahr verbaut werden - für Projekte in der Uferzone und am Wegenetz.

Was dort entstanden ist, das kann sich bereits sehen lassen, ist Braune überzeugt. Nicht nur die beim Schloss Ende des 19. Jahrhunderts angelegten Sichtachsen wurden wieder hergestellt, inzwischen sind auch die Wanderwege am Ufer des Schweriner Außensees und im Hangbereich wieder als solche zu erkennen und bald auch zu nutzen. "Mehr als die Hälfte des Uferweges ist bereits fertig", berichtet Braune. Hier muss aber noch die oberste Schicht - eine Wasser gebundenen Decke - aufgetragen werden. Dann können Fußgänger und Radfahrer wieder unterhalb des Schlosses flanieren. Reiter oder gar Motorradfahrer sind aber nicht willkommen. Der neu angelegte Weg würde durch die Hufe der Pferde und erst recht durch die Reifen der Kräder schnell wieder zerstört. Von der Schlösserverwaltung kommt daher der Appell, dass Reiter diesen Weg in Zukunft meiden. Motorrad fahren ist hier ohnehin verboten.

Auch an den Wegen im Hangbereich tut sich etwas. Im Sommer wurden die schützenden Feldsteinmauern wieder aufgesetzt. Jetzt stellen Mitarbeiter der Firma Hildebrandt aus Seehof auch Geländer auf. "Die sind neu, so etwas gab es ursprünglich nicht", erläutert Braune. Doch im Interesse der Sicherheit sind sie unerlässlich. Die Gelände sind schlicht gehalten, fügen sich in den Landschaftspark ein. Wenn der Wanderweg einen Bogen macht, findet sich dieser auch im Geländer wieder. "Die Metallbauer haben das mit Augenmaß und Handarbeit hingekriegt", lobt Braune. Ein Stückchen weiter kann der Weg derzeit nicht genutzt werden. An der Elisabeth-Nische ist noch jede Menge zu tun. Eine aus Granitsteinen gemauerte Wand sorgte im Hangbereich für eine geschützte Sitzecke. Auch sie wird wieder hergestellt. Allerdings war die Mauer marode, einige Steine waren her ausgebrochen. Einfach neu aufgesetzt werden konnte die Wand nicht. Auch hier gilt es, die heutigen Anforderungen an die Sicherheit zu beachten. Bis zu zwölf Meter tief wurde deshalb in den Hang hinein gebohrt. In die so entstandenen Hohlräume wurde Beton gepresst. Nun gibt es im Hang ein Betongitter, das das Erdreich festhält und an dem auch die neu aufzurichtende Wand an der Elisabeth-Nische zusätzlichen Halt findet. Übrigens kommt jeder alte Granitstein wieder an seinen angestammten Platz. Um das zu gewährleisten, wurde beim Abbau jeder Stein fotografiert und nummeriert. Fest steht bereits, dass in der Elisabeth-Nische auch ein Steintisch aufgestellt wird. "Ein ganz besonderes Stück", berichtet Dietmar Braune stolz. Denn in diesem Sommer wurde im Wasser des Schweriner Außensees ein Steintisch gefunden, der einst an der Elisabeth-Quelle stand. Vermutlich war der den Hang herunter gerutscht und im Wasser gelandet. An der Quelle steht heute ein Nachbau des Tisches. Das Original soll restauriert und in der Elisabeth-Nische aufgestellt werden.

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