Greifswald : Weg vom Einweg: Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher

Anne Fischer zeigt in einem Café einen RECUP-Kaffee-Pfandbecher. Greifswald will die Flut an Coffee-to-go-Bechern eindämmen und hat deswegen ein Pfandsystem eingeführt.

Anne Fischer zeigt in einem Café einen RECUP-Kaffee-Pfandbecher. Greifswald will die Flut an Coffee-to-go-Bechern eindämmen und hat deswegen ein Pfandsystem eingeführt.

Greifswald will Einwegbecher aus dem Stadtbild verbannen. Allein in zwei Cafeterien des Studierendenwerks werden jährlich 48 000 Coffee-to-go-Becher ausgegeben.

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04. Oktober 2018, 17:00 Uhr

Die Hansestadt Greifswald will die Flut an Coffee-to-go-Bechern eindämmen und hat Pfandbecher eingeführt. Die Stadt wolle weniger Müll produzieren und für eine nachhaltige Verwendung des «Minutenartikels Kaffeebecher» eintreten, sagte der Greifswalder Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne) am Donnerstag. Allein in den zwei größten Cafeterien des Studierendenwerks in Greifswald würden jährlich rund 48 000 Einweg-Becher ausgegeben. Die Stadt rechnet durch die Einführung der Pfandbecher mit Einsparungen von 4000 Euro pro Jahr bei den Müllkosten.

Stadt übernimmt Systemgebühr

In Greifswald beteiligen sich zum Start 18 Kaffeeanbieter an dem Pfandsystem. Um die Umstellung zu beschleunigen, übernimmt die Stadt für eine einjährige Testphase die Systemgebühr für die beteiligten Kaffeeanbieter. Dieser Ansatz sei deutschlandweit einmalig, sagte Fabian Eckert, Geschäftsführer vom Pfandsystem-Anbieter Recup.

Die Stadt hat 15 000 Pfandbecher im Greifswald-Design produzieren lassen. Insgesamt fördert die Stadt die Einführung mit 10 000 Euro. Kaffeetrinker müssen beim Kauf eine Pfandgebühr von einem Euro zahlen und bekommen das Geld zurück, wenn sie den Becher bei einem an dem System beteiligten Händler wieder abgeben. Einweg soll auch künftig in Greifswald möglich sein. Der Greifswalder Ansatz sei es, keine Verbote auszusprechen, sondern Angebote zu unterbreiten, sagte Fassbinder.

Fabian Eckert (l), Geschäftsführer des Pfandsystem-Anbieter Recup, und Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister von Greifswald, zeigen vor dem Rathaus RECUP-Kaffee-Pfandbecher.
Stefan Sauer/dpa
Fabian Eckert (l), Geschäftsführer des Pfandsystem-Anbieter Recup, und Stefan Fassbinder, Oberbürgermeister von Greifswald, zeigen vor dem Rathaus RECUP-Kaffee-Pfandbecher.
 

Kaffeeanbieter wie Klaus Ewert, Betreiber der mobilen Kaffeebar, können sich vorstellen mittelfristig ganz auf das Pfandsystem umzuschwenken. «Mir ist es selbst peinlich, wenn ich eigene Einwegbecher neben dem Mülleimer liegen sehe», sagte er.

Recup deutschlandweit aktiv

Das Münchener Unternehmen Recup betreibt eigenen Angaben zufolge in 17 Städten inzwischen ein Pfandsystem mit Bechern im jeweiligen Stadtdesign. Deutschlandweit gebe es rund 1600 Filialen in etwa 200 Städten, die sich an dem System beteiligen, rund 500 000 Becher seien im Umlauf, sagte Eckart.

Die Mecklenburger Backstuben beteiligen sich seit zwei Monaten mit sieben Filialen in Rostock und Bad Doberan an dem System. Bislang seien dort 1000 Becher im Umlauf. Ein toller Erfolg, sagte Marketingchef Torsten Brandt.

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