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Deutschlands Volleyballerinnen ab heute auf EM-Titeljagd : Weg mit dem Trauma!

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erstellt am 06.Sep.2013 | 09:51 Uhr

Halle/Westfalen | 6, 4, 2, 1? Auf dem Weg zum ersten EM-Triumph für gesamtdeutsche Volleyballerinnen soll auch die Titelarithmetik helfen. Nach Platz sechs vor sechs Jahren, Rang vier 2009 und dem Trauma der Finalniederlage vor zwei Jahren gegen Gastgeber Serbien wollen sich Margareta Kozuch und Co. vor heimischem Publikum auf eine Traumreise begeben. "Wir können die Goldmedaille gewinnen, und wir wollen auch die Goldmedaille gewinnen", sagte Nationaltrainer Giovanni Guidetti vor der 28. Auflage des Turniers. Gelingt der Coup seiner jungen Mannschaft, steht für den Italiener schon mal fest: "Im Siegesfall gibt es eine 24-Stunden-Party."

Serbien, Russland und die Türkei werden harte Gegner sein

Vor der ersehnten Sause beim Saison-Höhepunkt vom 6. bis 14. September im eigenen Land und in der Schweiz türmen sich vor Kapitänin Kozuch und ihren Teamkolleginnen aber dicke Brocken auf. Auf dem Weg zum Coup schätzt Guidetti vor allem Titelverteidiger Serbien, Rekordsieger Russland und Emporkömmling Türkei als gefährlichste Gegner ein. Zunächst will das DVV-Team aber den Gruppensieg holen. Außenseiter Spanien als Auftaktgegner heute um 17 Uhr in Staffel A, das nicht zu unterschätzende Leichtgewicht Niederlande morgen ebenfalls um 17 Uhr und schließlich am Sonntag um 18 Uhr in Halle/Westfalen der EM-Dritte aus der Türkei sollten nicht zu Stolpersteinen werden.

Pikant: Als Vereinstrainer von Triplesieger Vakifbank Istanbul kennt Guidetti die Mannschaft vom Bosporus aus dem Effeff. "Er weiß alles über uns, aber auch wir kennen seine Taktik und seine Art zu spielen", sagte die türkische Schlüsselspielerin Gözde Sonsirma über ihren Clubtrainer. Besonders kurios: Auch Guidettis Verlobte Bahar Toksoy spielt für die Türkinnen. "Wenn wir verlieren, kriegt sie ein Jahr lang den Schlüssel von der Wohnung nicht", meinte der 40-Jährige scherzend über den "Worst Case" im letzten Vorrundenspiel.

Zwei Jahre nach dem niederschmetternden 2:3 im Endspiel von Belgrad, als ein schier unglaublicher Einbruch Gold kostete, lastet nun vor den heimischen Fans großer Druck auf der Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV). Guidetti und seine Schützlinge hoffen nun auch auf den Faktor Zuschauer. "Wir haben bei der EM in Serbien erlebt, was es bedeutet, wenn das Heim-Team unterstützt wird", erinnerte sich der Italiener an das Turnier 2011. Der Empfang in Halle konnte sich jedenfalls sehen lassen. Mit einer XXL-Torte aus Marzipan empfing der Veranstalter die DVV-Auswahl.

Das große Titel-Schlemmen soll für den EM-Zweiten von 2011 nach gut drei Monaten Vorbereitung aber erst noch kommen. Auch ohne die 33 Jahre alte Ausnahmespielerin Angelina Hübner (geborene Grün), die sich in diesem Jahr eine Auszeit genommen hat. Die Schmetterkünstlerin will ihr Team aber vor Ort anfeuern.

Dafür werden die Blicke auf Kapitän Kozuch gerichtet sein. "Ihr Antrieb und ihr Siegeswille sind so wichtig für uns", beschrieb Guidetti den Stellenwert seiner Frontfrau. "Jede Spielerin ist auch so etwas wie eine Freundin für mich", sagte Kozuch zum Zusammenhalt in der Mannschaft. Die Hamburgerin mit polnischen Wurzeln warnte jedoch vor übertriebenem Enthusiasmus. "Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen, sonst kann man früh stolpern. Der EM-Sieg wäre aber ein Traum."

Bereits im Jahr 1983 (in Rostock) und 1987 (in Belgien) gelang der DDR der Coup - jetzt wollen Guidetti und seine DVV-Frauen erneut Geschichte schreiben.

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