Begabtenförderung MV : Weg frei für das große Plattinum

Das bildungsministerium will den Erhalt des Plattdeutschen fördern.
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Das bildungsministerium will den Erhalt des Plattdeutschen fördern.

14 Gymnasien und Gesamtschulen erhalten besonderes Profil

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20. Juni 2016, 21:00 Uhr

Das kleine Latinum oder lieber das große Plattinum? Spätestens ab dem Schuljahr 2017/18 haben künftige Abiturienten in Mecklenburg-Vorpommern die Qual der Wahl - zumindest an ausgewählten Schwerpunktgymnasien bzw. -gesamtschulen. 14 zum Abitur führende Schulen im Land werden künftig ihr Profil schärfen und Begabte in bestimmten Fachrichtungen besonders fördern, erklärte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) am Montag in Schwerin. Dabei werde es drei Schwerpunkte geben: Humanistische Bildung/Alte Sprachen, Niederdeutsch und Mathematik/Naturwissenschaften (Mint). Pro Schwerpunktschule gibt es eine zusätzliche Lehrerstelle. Das Land stellt dafür insgesamt eine Million Euro zusätzlich bereit.

In jedem der vier Schulamtsbereiche soll jeder Profilschwerpunkt einmal vertreten sein. Aus dem Bereich des Schulamtes Greifswald habe es allerdings nicht eine Bewerbung für das „Abitur up Platt“ gegeben, bedauert der Minister. Mit Demmin und Stavenhagen gebe es aber zumindest zwei Schwerpunktschulen in der östlichen Landeshälfte. Auch in Laage, Wismar, Crivitz und Dömitz wird das Plattinum möglich sein. Über die genaue inhaltliche Ausgestaltung wird – wie auch in den beiden anderen Profillinien – in den kommenden Monaten ein noch zu gründendes Landesnetzwerk entscheiden.

Auf Latein und Altgriechisch sollen sich künftig Gymnasien in Schwerin, Neustrelitz, Greifswald und Bad Doberan spezialisieren. „Aus der Universitätsstadt Rostock gab es dafür allerdings nicht eine einzige Bewerbung“, bedauert Brodkorb.

Besonders groß war die Zahl der Bewerber für die Mint-Spezialisierung. 22 Schulen wollten mitmachen, die Entscheidung fiel letztlich für Rostock, Neubrandenburg, Greifswald und Schwerin, wobei sich in der Landeshauptstadt zwei Gymnasien die zusätzliche Lehrerstelle teilen werden.

Förderangebote an den Mint-Profilgymnasien sollen ausdrücklich auch Interessenten aus anderen Schulen offenstehen, betonte Minister Brodkorb. Denkbar seien beispielsweise Arbeitsgemeinschaften an Nachmittagen. In den Sommer- und Winterferien soll es zudem landesweite Camps geben, in denen naturwissenschaftlich interessierte Jugendliche aus ganz MV auf Landes- oder Bundesolympiaden vorbereitet werden. Die Kosten für Verpflegung und Unterkunft wird das Land übernehmen, kündigte Brodkorb an. Mit der Profilierung verbunden sei die Hoffnung, dass künftig mehr junge Leute für ein Lehramtsstudium in einem Mint-Fach begeistert werden können. „Nur wer die besten Lehrer hat, wird in Zukunft auch die besten Schüler und Studenten haben“, ist der Minister überzeugt.

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