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Kneipp-Zertifizierung : Wassertreten und Co. auf dem Vormarsch

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nicht nur Kindertagesstätten und Schulen streben Kneipp-Zertifizierung an

Immer mehr Mecklenburger und Vorpommern kneippen – und das sogar schon im frühen Kindesalter: 36 Kindertagesstätten und drei Schulen im Land haben sich bereits als Kneipp-Einrichtung zertifizieren lassen. Im September werden mit den Schulen in Mestlin und Groß Godems (beide Landkreis Ludwigslust-Parchim) zwei weitere dazukommen. „Und es stehen noch mehr auf der Warteliste“, freut sich Beate Möller, die die Geschäftsstelle des Kneipp Landesverbandes, das Kneipp Kompetenzzentrum in Plau am See, leitet.Allerdings sei es ein langer Weg bis zur Zertifizierung, zwischen dem Beginn der ersten Qualifizierung einer Erzieherin oder Lehrerin zur Kneipp-Gesundheitspädagogin und der Verleihung des Zertifikats würden 18 Monate liegen, erklärt Beate Möller. Doch diese Zeit brauche es auch zur Vorbereitung. „Wichtig ist, dass der Kneipp-Gedanke von allen im Team getragen wird – und auch die Eltern müssen mitziehen.“

 

Doch nicht nur für Kinder und Jugendliche zahlt es sich aus, nach den Lehren Kneipps zu leben. Möller zufolge gibt es im Land mittlerweile fünf entsprechend zertifizierte Senioreneinrichtungen. Es gibt mit Göhren und Feldberg zwei Kneipp-Kurorte und mit dem Ferien-Camp in Börgerende den 2006 ersten zertifizierten Kneipp-Campingplatz in Deutschland.

Beate Möller würde sich dennoch wünschen, dass Kneipp in noch mehr Orten Einzug hält. „Aber viele verbinden das nur mit alten Leuten und kaltem Wasser.“ Dabei seien gesundheitsbewusste Senioren meist auch zahlungskräftig, es lohne also, sie nach MV zu locken, meint die Kneipp-Expertin.

Tobias Woitendorf, Sprecher des Landestourismusverbandes, schätzt allerdings realistisch ein, dass Kneipp selbst in entsprechend zertifizierten Kurorten immer nur ein, aber nicht der ausschließliche Aspekt sein kann, um Gäste anzulocken. In der „Reiseanalyse 2016“ der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) hätten aber immerhin 15,8 Prozent der Befragten angegeben, dass sie sich vorstellen könnten, in Mecklenburg-Vorpommern Kneipp-Anwendungen zu nutzen. Zum Vergleich: Das Interesse an Talasso lag nur bei 6 Prozent, das an ortsgebundenen Heilmitteln wie Moor oder Kreide bei 19 Prozent.

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erstellt am 27.Mai.2016 | 11:45 Uhr

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