Mecklenburg-Vorpommern : Wassermassen reißen Straßen weg

Die Sandstraße in Heidenholz in Plau am See wurde völlig ausgespült.
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Die Sandstraße in Heidenholz in Plau am See wurde völlig ausgespült.

Sintflutartige Regenfälle haben in einzelnen Landesteilen für Dauereinsätze der Feuerwehren gesorgt.

svz.de von
30. Juli 2014, 21:12 Uhr

Sintflutartige Regenfälle haben gestern in einzelnen Landesteilen für Dauereinsätze der Feuerwehren gesorgt. Bei Plau am See wurden Sandstraßen weggespült, in Plauerhagen, Kleve und Karow-Vietlübbe mussten die Einsatzkräfte der Feuerwehr vollgelaufene Keller auspumpen. Das Dach einer Kegelbahn in Malchow stürzte unter der Wasserlast ein. Der Verkehr in der Stadt war lahmgelegt. Keller in Häusern liefen voll, Autos wurden überschwemmt und blieben liegen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand, sagte ein Polizeisprecher in Röbel.

Der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in Plau, Roland Tackmann, war allein mit 17 Kameraden und drei Pumpen im Dauereinsatz. Auf dem Gelände der Mediclin-Klinik in Plau standen auf dem Parkplatz die Autos bis zu den Rädern im Wasser. Der Ärztliche Direktor, Professor Erich Donauer: „Die Unwetterwarnung kam sehr spät, aber dennoch haben wir alles gemeistert. So viel Wasser in der kurzen Zeit habe ich noch nicht erlebt. Im Keller des Krankenhauses wurde ein Trafo hochgelegt, es war ein bedrohlicher Zustand.“

Auf der A20 ließ Gewitterregen Autos rutschen: Zwischen Neverin und Neubrandenburg wurden bei zwei Unfällen innerhalb kurzer Zeit ein Autofahrer schwer verletzt und drei Fahrzeuge erheblich beschädigt. Zunächst hatte eine 21 Jahre alte Autofahrerin wegen Aquaplaning die Kontrolle über ihren Wagen verloren und stieß in Fahrtrichtung Stettin gegen die Mittelplanke. Ein nachfolgender 54-jähriger Autofahrer aus Berlin fuhr auf den Wagen auf und wurde dabei schwer verletzt. Es gab mehrere Stunden Behinderungen. Kurz danach kam wenige Kilometer weiter südlich ein weiterer Autofahrer vermutlich wegen Starkregens von der Autobahn ab und rutschte eine etwa fünf Meter tiefe Böschung hinab.

Auch in Perleberg, Quitzow, Groß Buchholz und Karstädt bei Ludwigslust waren die Feuerwehren den ganzen Vormittag im Einsatz. Mit dem gestrigen Starkregen könnten die Wettereskapaden zunächst vorbei sein. „Die warme Luftmasse wird von einer kalten nach Osten weggeschoben, so dass in den nächsten Tagen schönes Wetter bei angenehmen Temperaturen zu erwarten ist“, sagt Thomas Endrulat, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Lokal begrenzte Platzregen wie gestern seien indes im Sommer normal. „Die Gewitterzellen haben einen Durchmesser von etwa zehn Kilometern. Dort regnet es extrem, während es jenseits der Zelle nur geringen oder gar keinen Niederschlag gibt.“ Seite 3

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