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Mecklenburg-Vorpommern

12. Dezember 2017 | 13:18 Uhr

Nachgefragt : Was wird in 2012 Herr Landrat?

vom

„Loslegen“ heißt seine Devise. Präsente wird es nur wenige geben. Im Gespräch mit der SVZ äußert sich Landrat Rolf Christiansen über seine Sichtweise, Forderungen und Aussichten für das Jahr 2012.

svz.de von
erstellt am 01.Jan.2012 | 07:06 Uhr

LUDWIGSLUST | Für ein Zusammenwachsen zu einem in sich geschlossenen und voll funktionsfähigen Verwaltungsgefüge Landkreis Ludwigslust-Parchim wird es noch brauchen, konstatierte Landrat Rolf Christiansen bei seinem Silvesterbesuch im Ludwigsluster Alten- und Pflegeheims "Ludwig-Danneel-Haus". Die SVZ nahm den Besuch zum Anlass, sprach mit dem ersten Mann im Landkreis, Verwaltungschef und stimmberechtigten Kommunalpolitiker über seine Sichtweise, Forderungen und Aussichten für das Jahr 2012.

Herr Landrat, welches Ziel haben Sie sich für 2012 gesetzt?

Das große Ziel bis zum 1.1.2014 ist das uneingeschränkte Funktionieren aller Verwaltungsebenen. Bereits mit dem Jahr 2012 muss die neue, schlagkräftige Verwaltung für den Bürger und die Wirtschaft gleichermaßen zu spüren sein. Dafür muss in den kommenden Wochen die EDV beider ehemals selbstständigen Verwaltungen zusammengeführt werden.

Was läuft bislang gut in der neuen Verwaltung?

Dass die Bürger von der Kreisgebietsreform nichts spüren, das bleibt ein guter Schritt in die richtige Richtung. Das schnelle Erreichen der Ansprechpartner ist ein solch weiterer positiver Baustein. Und wir sind auf dem guten Weg die Verwaltung kundenorientiert und kostenbewusst zu optimieren.

Was muss verbessert werden?

Mit Blick auf den Haushalt sehe ich die finanzielle Situation beim Handlungsbedarf weit vorn. Das Zusammenführen der Haushaltstöpfe der Altkreise Parchim und Ludwigslust ist wohl das schwierigste Unterfangen, jedoch ausschlaggebend für eine Verbesserung der Finanzlage. Dieser Spagat muss einschließlich der Regelungen zur Kreisumlage und der Altfehlbeitragsumlage geschafft, aber insbesondere tragbar für alle Beteiligten sein. Dazu zähle ich auch eine generelle Verbesserung der Finanzen, wobei ich jetzt schon sagen kann, dass durch fehlende Bedarfszuweisungen bereits ein Millionenloch klafft.

Was kann die Politik dabei leisten?

Die politischen Parteien müssen Position beziehen. Es muss abzulesen sein, wie mit den Hebesätzen umgegangen wird. Die Politik zeigt Verantwortung, wenn sie in 2012 schnell und richtungweisend handelt. Die neu zu schaffende Kreissatzung ist ein Barometer. Auch die Kostensatzung für die Schülerbeförderung muss bis zum Beginn des Schuljahres 2012/13 anwendbar sein.

Ist es vorstellbar, dass die ländlichen Randgebiete Einbußen hinnehmen müssen?

Vorstellbar ist es, doch wir steuern bereits dagegen. Länderübergreifend arbeitet auch der Landkreis Ludwigslust-Parchim an Konzepten, wie "Die mobile Verwaltung vor Ort", "Das mobile Internet" oder die Sicherung der Bürgerbüros. Diese Büros werden die öffentlichen Haushalte belasten, doch sie ersparen weite Wege. Es darf nicht am falschen Ende gespart werden.

Ihr großes Sorgenkind?

Die Finanzen, zweifelsohne. Es wird im Jahr 2012 nicht möglich sein, zu sparen. Im Gegenteil. Die Ziele der Gebietsreform für den Bürger ins Optimale zu bringen, wird ins Geld gehen.

Wo sehen Sie den Landkreis im Vergleich zu den anderen in M-V?

Auch als Landkreis Ludwigslust-Parchim werden wir führend im Land sein. Zwar unterliegen die wirtschaftlichen Stärken regionalen Schwankungen, in der Summe sind wir wirtschaftlich stark und können jungen Menschen positive Perspektiven aufzeigen. In der Fläche müssen jedoch die Standortfaktoren ausgebaut werden. Für uns hat sich nach dem Fusionsmarathon von 2004 bis 2011 nun eine erneute Chance aufgetan, die guten Projekte und Programme vor 2004 aufzugreifen und neu loszulegen.

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