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Reformationstag : Was wird am Freitag gefeiert?

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Reformation von 1517 erneuerte auch das Schulwesen und beendete die Bevormundung des Staates durch die Kirche.

svz.de von
erstellt am 31.Okt.2014 | 09:00 Uhr

Die evangelische Kirche feiert am 31. Oktober selbstbewusst und fröhlich den Reformationstag und lädt dazu zu Gottesdiensten, Andachten und kulturellen Veranstaltungen ein. Seit der Wiedervereinigung ist der Reformationstag in den ostdeutschen Bundesländern, nicht aber in Berlin und im alten Bundesgebiet, ein gesetzlicher Feiertag.

Der Tag erinnert an das Wirken von Martin Luther, der die damalige Kirche reformieren wollte. Luther kritisierte die Auffassung, dass der Mensch nur durch gute Werke und die Zahlung von Ablass von der Sünde erlöst werden könne. Dies sei bereits durch den Tod Jesu am Kreuz geschehen, argumentierte er. Die 95 Thesen zum Ablass, die Martin Luther 1517 verbreitete, hatten nachhaltige Folgen einerseits für das Christentum, denn als deren Ergebnis entstand neben der katholischen Kirche die evangelische Kirche.

Die Reformation revolutionierte aber nicht nur das geistliche Leben, sie setzte auch eine geistige und gesellschaftspolitische Entwicklung in Gang. So wurde beispielsweise das Schulwesen reformiert, der Staat löste sich von der kirchlichen Bevormundung und durch Luthers Bibelübersetzung ins Deutsche und den Buchdruck entwickelten sich Sprache und Kommunikation. Somit wirkte die Reformation weit über die eigentliche Reformationszeit hinaus und bildete einen Wendepunkt hin zur Entwicklung der modernen Gesellschaft der Neuzeit. Neben zahlreichen Gottesdiensten lädt die Evangelisch-Lutherische Nordkirche in Mecklenburg-Vorpommern traditionell am 31. Oktober zu einem Reformationsempfang ein - in diesem Jahr in Schwerin. Zu diesem sind Vertreter aus Politik, Kultur, Gesellschaft, Kirchen und Medien eingeladen.

Darüber hinaus gibt es in einigen Orten, beispielsweise in Rostock, so genannte ChurchNights. Diese unkonventionellen und frechen Veranstaltungen sollen vor allem jungen Menschen die christliche Botschaft neu erklären und ins Bewusstsein rufen, worum es vor fast 500 Jahren Martin Luther und den anderen Reformatoren ging. Übrigens: Zum großen Jubiläum im Jahre 2017 gibt es Bestrebungen, den Reformationstag für ein Jahr bundesweit als Feiertag zu begehen.


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