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Mecklenburg-Vorpommern

21. August 2017 | 08:43 Uhr

Was Sie garantiert noch nicht wussten

vom

Prignitz | Was wird 2012 für den Kreis bringen? Wie in jedem Jahr hat die "Prignitzer"-Redaktion auch dieses Mal keine Mühen gescheut: Für Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben wir Informationen zu jenen Vorhaben recherchiert, die eigentlich noch niemand wissen darf, so geheim sind sie.

Prignitz wird Testgebiet für Starenkästen

Angezündet, besprüht, demoliert und schließlich abgeflext: In der Causa Starenkasten Cumlosen zeigten sich hiesige Autofahrer überaus kreativ, als es darum ging, der munter vor sich hin blitzenden Geldeintreibemaschine des Landkreises den Garaus zu machen.

Mit diesem Aggressionspotenzial der sonst eher zur phlegmatischen Ruhe neigenden Prignitzer will die Verwaltung nun ebenfalls Kasse machen. In vertraulichen Gesprächen mit Herstellern der Starenkästen wurde die Prignitz als Testgebiet für Neuentwicklungen auserkoren.

Konkret heißt das: Gegen eine fünfstellige Summe können Geräte, die künftig in deutschen Landen Temposünder überführen sollen, hinter dem Baum mit dem aufgesprühten roten Blitz am Ortsausgang Cumlosen aufgestellt werden. Widersteht das Gerät dort mehr als vier Wochen den Angriffen aufgebrachter Prignitzer, kann der Prototyp in Serie gehen.


Hinzdorfer Bootssteg gegen schnelles Internet

Bis Mai kommenden Jahres sollen die Elbdörfer endlich mit schnellem Internet versorgt sein. Dafür gibt Wittenberge eine Menge Geld aus, obwohl in Hinzdorf, Zwischendeich und Schadebeuster nur wenige Leute wohnen. Was diese Leute noch nicht wissen, getreu dem Motto, dass alles seinen Preis hat, müssen die Dörfer dafür künftig aber auf ihren Bootssteg in Hinzdorf verzichten. Der wird nämlich viel dringender in Wittenberge benötigt. Der neue Promenadenweg zwischen Wasser- und Schifffahrtsamt sowie Ölmühle wird auch eine Schiffsanlegestelle erhalten, sogar mit Lift für behinderte Gäste.

Das hat aber nur dann Sinn, wenn das Fahrgastschiff eine Steg zum Festmachen hat. Der Hinzdorfer würde sich hervorragend eignen, hat er doch genügend Platz auch noch für weitere Boote. Den ehrgeizigen Tourismusplänen auf der Ölmühle kann das auch nur gut tun.

Obwohl der Plan fast genial ist, haben sich die Stadtverordneten noch nicht getraut, den Elbdörfern davon zu berichten. Sie rechnen mit Gegenwehr. Die Orte in der Elbniederung gelten als gallische Widerstandsnester.

Marx und Co. haben ausgedient

Bis Ende 2012 wird es in allen Prignitzer Ortschaften keine Straßennamen mehr geben. Das haben kommunale Vertreter in einer nächtlichen Sitzung beschlossen. Damit will die Region mit sämtlichen historischen Bezügen brechen, um jedwede politisch gefärbte Diskussion im Keim zu ersticken.

Auslöser war die von der CDU angestoßene Debatte zu verpöhnten Namen aus der DDR-Ära. Unerheblich sei dabei, dass die meisten der kritisierten Namen keinerlei Bezug zur DDR haben - weder Marx und Engels, noch Clara Zetkin und Karl Liebknecht.

Um Linkspolitiker, aber auch liberale Vertreter aus CDU- und SPD-Reihen für das Pilotprojekt zu gewinnen, hat man das Verbot auf alle historischen Namen ausgeweitet. Damit verschwinden auch Bismarck, Kaiser Wilhelm oder die Hohenzollern und die bekannte Adelsfamilie Quitzow.

Statt der Namen werden diese Straßen künftig Nummern tragen. Die den Kommunen und Bürgern entstehenden Kosten für die Umbenennung wolle die Brandenburger CDU übernehmen. Sie verzichtet dafür auf den nächsten Wahlkampf, da ihr sowieso keine ernsthaften politischen Themen einfielen, heißt es aus dem Umfeld der Parteichefin Saskia Ludwig.

Krähen-Kritiker verlassen Wittenberge

In geheimer Sitzung haben die Wittenberger Stadtverordneten einen tollkühnen Beschluss gefasst: Es geht um die Saatkrähen. Wie ein Abgeordneter dem "Prignitzer" zuflüsterte, werden in Kürze alle Wittenberger, die sich in letzter Zeit abfällig über die streng geschützten Vögel geäußert haben, aufgefordert, sich in einer krähenfreien Stadt anzusiedeln.

Sind die zweibeinigen Störenfriede erst einmal weg, wolle die Stadt touristisches Kapital aus den Krähen schlagen, immerhin ist es die zweitgrößte Kolonie in Brandenburg. Für die frei werdenden Wohnungen hätten sich bereits Ornithologen aus dem In- und Ausland interessiert.

Froh sind die Abgeordneten auch, dass mit diesem Beschluss andere, unsinnige Anti-Krähen-Aktionen überflüssig werden. Zum Beispiel das für 2012 geplante Kürzen der Bäume auf dem Schulhof der Jahnschule um ein Fünftel.

Es müsste künftig auch niemand mehr flunkern und sagen, das geschieht wegen der trockenen Äste, wenn doch in Wirklichkeit die Krähen am Brüten in den hohen Ästen gehindert werden sollen.

Lenzerwische droht eine Quarantäne

Die Population des Eichenprozessionsspinners wird auch 2012 dramatische Ausmaße annehmen. Noch stärker betroffen sein werden die Lenzerwische und das Amt Lenzen-Elbtalaue - das haben die jüngsten Prognosen der Forstexperten ergeben.

Da verhindert werden soll, dass sich die Tiere von da aus weiter ausbreiten, sollen die Gebiete um Lenzen und in der Lenzerwische von Mai bis Oktober unter Quarantäne gestellt werden. Darauf einigte sich der Katastrophenschutz mit dem Landkreis in einer geheimen Sitzung. Für die Bewohner bedeutet das, sie dürfen in diesen Monaten nicht die Region verlassen, müssen spezielle Kleidung tragen. Versorgt werden sie aus der Luft mit Care-Paketen.

Was für den Schutz der Einwohner getan werden soll, sei noch offen. Es gibt Ideen, aber sie seien bisher nicht finanzierbar.

Nette Aussichten fürs Bedürfnis

Perleberg ist schon etwas Besonderes. Und erst die Perleberger Stadtvertreter. Um jeden Euro wird gestritten, natürlich stets unter dem Gesichtspunkt, lass doch die anderen bezahlen, aber nicht den Steuerzahler. Und so war die schon geplante öffentliche Toilette ein Durchfall(er).

Stattdessen will sich das Städtchen nun von seiner netten Seite zeigen, auch wenn es nur ums Klo geht. Doch offensichtlich braucht auch hier gut Ding Weile. Damit die Sache bis dahin nicht vollends in die Hose geht, kann man sich ab dem neuen Jahr im Rathaus mit faltbaren Papptoiletten ausrüsten. Wo man diese dann zur Anwendung bringen kann und darf, darüber schweigt allerdings des Erfinders Höflichkeit. Insofern Augen auf, bevor man künftig arglos ins Gebüsch kriecht.

"Mr. Scott, Energie!" heißt es ab Juni

Der Kampf war vergebens. Das Innenministerium schließt zur Jahresmitte das Wittenberger Polizeirevier genau wie zehn weitere im Land. Damit solle so richtig Geld gespart werden.

Stattdessen setzt das Ministerium eine Technik ein, die bisher als physikalisch nicht machbar galt: das Beamen. An den Revierstandorten können Bürger mit Hilfe von speziellen Smartphones Hologramme von Potsdams Polizeizentrale erzeugen.

Sobald der Hologramm-Beamte das Anliegen des Bürgers verstanden hat, beamt er die notwendige Anzahl von Polizisten an den jeweiligen Einsatzort. Dazu werde die Spezialeinheit "Scotty"aufgebaut.

Die Beamtechnik entstand in Zusammenarbeit mit der NASA. Damit bekommt der berühmte Spruch aus der Enterprise-Serie "Mr. Scott, Energie!" endlich reale Bedeutung.

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erstellt am 31.Dez.2011 | 03:09 Uhr

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