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Wissenswertes : Was nicht einmal der Osterhase weiß

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Ostern steht vor der Tür und alles dreht sich wieder einmal rund ums Ei. Da fragt sich doch: Steckt das meiste Eiweiß im Eigelb? Kann man weiche Eier später noch hart kochen? Warum schmeckt das Osterei nicht, wenn es mit einem Silberlöffel gegessen wird?  Warum gackern Hühner, nachdem sie ein Ei gelegt haben? Fragen über Fragen, deren Antworten nicht einmal der Osterhase kennt. Aber wir! Hier sind sie: 

Warum gackern Hühner, nachdem sie ein Ei gelegt haben? 

Wer selber Hühner hält, der weiß: Hühner gackern gerne mal herum. Je nachdem, was gerade ansteht, unterscheidet sich auch das Gegacker. Es gibt ein Gackern für „Endlich gibt es Futter, das wurde aber auch Zeit„ und es gibt ein anderes Gackern für „Achtung, da kommt der Nachbarshund„. Warum aber gackern Hühner, nachdem sie ein Ei gelegt haben? Nur um anzugeben, frei nach dem Motto: „Guckt mal alle her, was ich wieder Tolles gemacht habe?“ Forscher der britischen Universität von Oxford wollten es ganz genau wissen, und protokollierten jedes Gegacker ihrer Probanden bei der Eiablage. Und siehe da: Nicht einmal jedes dritte Huhn begann überhaupt zu gackern, nachdem es ein Ei gelegt hatte, alle anderen fanden ihr Arbeitsergebnis anscheinend nicht weiter erwähnenswert. Forschungsleiter Tommaso Pizzari ist der Ansicht, die Hühner, die gackerten, teilten dem Hahn so mit, dass sie jetzt erst einmal mit dem Brüten beschäftigt wären, und somit für seine Avancen keine Zeit mehr hätten. Vielleicht sind sie ja aber auch einfach nur froh, das Ei in Größe XL endlich los zu sein. Wer weiß? 

 

Steckt das meiste Eiweiß  im Eigelb?

Es klingt zwar unglaublich, ist aber wahr: Das meiste Eiweiß steckt im Eigelb und nicht etwa im Eiklar - um nicht zu sagen „Eiweiß“. Das Eiklar eines Hühnereis besteht nur zu etwa 11 Prozent aus Eiweißen oder „Proteinen“ wie der Fachmann sagt. Ansonsten gibt es im Eiklar noch Wasser (87 %), Kohlenhydrate (1 %) und Mineralstoffe (1 %). Das Eigelb aber beinhaltet ganze 16 % Proteine, 50 Prozent Wasser, 32 Prozent Fett, sowie etwa 1,7 % Mineralstoffe und 0,3 % Kohlenhydrate. Ein ganzes Hühnerei der Handelsgröße M kommt so auf insgesamt fast 7 Gramm reine Proteine, also Eiweiße. Figurbewusste Bodybuilder, die das Eigelb aus Angst vor zu viel Cholesterin entsorgen, und nur das Eiweiß zu sich nehmen, werfen so auch gleich den Großteil der Proteine mit weg.  

 

Wie schwer ist ein Hühnerei?

Hühnereier Werden in verschiedene Gewichtsklassen eingeordnet.

Größe S = unter 53 g
Größe M = 53 g bis unter 63 g
Größe L = 63 g bis unter 73 g
Größe XL = 73 g und mehr

 

Was ist noch im Ei?

Ein durchschnittliches Hühnerei hat etwa 80 Kalorien und enthält etwa 8 Gramm Fett; über die Hälfte der Fettsäuren sind ein- bzw. mehrfach ungesättigt. Hühnereier enthalten das Lipid Cholesterin und die Mineralstoffe Calcium, Phosphor, Eisen, Natrium, Zink, Kalium sowie Selen. Im Ei sind alle Vitamine, außer Vitamin C enthalten. So deckt ein durchschnittlich großes Hühnerei bis zu 35 % des täglichen Bedarfs an Vitamin D und 38 % des täglichen Bedarfs an Vitamin B12.

 

Wie lange sind Eier haltbar?

Mindestens 28 Tage – spätestens 18 Tage nach dem Legedatum müssen sie gekühlt werden. Wegen der Salmonellengefahr sollten sie dann nur gekocht, gegart oder im Kuchen gebacken verzehrt werden. Das Erhitzen tötet Salmonellen. Für Süßspeisen sollten die rohen Eier ganz frisch sein.

 

Wer erfand das Osterei?

Das Christentum brachte das Ei   mit der Auferstehung Jesu Christi in Verbindung. Von außen kalt und tot, doch aus seinem Inneren erwächst neues Leben, so symbolisiert es  das Grab in Jerusalem, aus dem Jesus Christus am Ostermorgen von den Toten auferstanden ist.Weite Verbreitung fand diese Vorstellung  in der Bevölkerung jedoch auch aus praktischen Gründen. Seit dem Mittelalter verbot die Kirche in der vorösterlichen Fastenzeit den Verzehr von Fleisch und Eierspeisen, so dass sich bis Ostern große Mengen an Eiern sammelten. Damit der Eierüberschuss nicht verdarb, wurden die Eier gekocht und haltbar gemacht. Den um Ostern fälligen Pachtzins entrichteten die Bauern dann mit den  Eiern. Die übrigen Eier wurden verziert und zur Weihe in die Kirche gebracht und dann verschenkt.

 

Warum schmeckt ein Osterei nicht, wenn es mit dem Silberlöffel gegessen wird?

 Wenn das Osterei nicht schmeckt, muss das nicht unbedingt am Koch liegen. Es kann auch sehr gut sein, dass der Löffel schuld ist. Silberlöffel etwa eignen sich nämlich überhaupt nicht zum Eieressen. Und zwar aus folgendem Grund: Der Schwefelwasserstoff, der sich beim Erhitzen der Eier bildet, reagiert mit dem Silber des Löffels zu Silbersulfid. Damit läuft der Löffel nicht nur unschön schwarz an, das Ganze schmeckt auch nicht besonders toll. Wer also sein Frühstücksei bisher immer nur mit dem Silberlöffel gegessen hat, der sollte vielleicht einmal den Löffel wechseln - Frühstückseier können nämlich auch ganz schön lecker sein. 

 

Kann man weiche Eier später noch hart kochen?

Da bekommt man nun ein schönes weiches Frühstücksei serviert – und dann mag man gar keine schönen weichen Frühstückseier. Was nun? Schnell wieder zurück ins Wasser? Und wenn ja: für wie lange? Wer ein Ei mit weichem Eidotter einfach noch einmal die gleiche Zeit ins heiße Wasser wirft, kann Glück haben, dass das Eigelb anschließend schön hart ist - oder aber auch nicht.

Ob der Trick gelingt, hängt nämlich davon ab, wie warm oder kalt das Ei serviert wird. Das Eidotter beginnt ab einer Temperatur von 65 Grad Celsius zu stocken, die nach etwa drei bis fünf Minuten in kochendem Wasser (je nach Eigröße) auch erreicht werden. Danach braucht es noch einmal mindestens zwei bis drei weitere Minuten, um sich vollständig zu verfestigen - aber nur dann, wenn es zwischendurch nicht schon wieder ausgekühlt ist. Mit anderen Worten: Wer ein weiches Ei ordentlich abschreckt und auf dem Frühstückstisch stehen lässt, weil er vielleicht noch mit dem Hund Gassi gehen möchte, muss es anschließend mehr als nur zwei bis drei Minuten länger kochen. Die Zeit zählt nämlich erst wieder in dem Moment, in dem das Eigelb die 65 Grad Celsius erreicht hat. Ein vollständig ausgekühltes weiches Ei muss also - je nach Eigröße - wieder mindestens die vollen fünf bis acht Minuten ins kochende Wasser, um richtig hart zu werden. 

 

Warum braucht ein Eierkocher weniger Wasser, wenn er mehr Eier kochen soll?

Dampfeierkocher sind ein Mysterium: Warum verbraucht das Gerät weniger Wasser, wenn es mehr Eier kochen soll? Eigentlich müsste es doch genau umgekehrt sein, oder? Eben nicht, denn der Eierkocher arbeitet mit einem Trick. Egal, wie viel oder wie wenig Wasser man auch einfüllt, die Kochplatte unten im Gerät verdampft es zu Wasserdampf. Dieser Wasserdampf kann nun oben aus dem Deckel durch ein kleines Loch entweichen und gart auf dem Weg dorthin eben schnell noch die Eier durch. Der Trick ist nun der: Der heiße Wasserdampf schlägt sich auf dem Weg nach oben auf den kälteren Eiern ab und kondensiert dort. Das Kondenswasser sammelt sich dort an, läuft am Ei nach unten ab und tropft wieder auf die Kochplatte, die es erneut erwärmt und ein weiteres Mal verdampft, und so fort. Jetzt ahnt man die Lösung vielleicht schon: Das Wasser wird auf diese Art und Weise eine gewisse Zeit lang im Gerät festgehalten, und immer wieder recycelt, könnte man sagen. Auf weniger Eiern kann sich aber auch nur weniger Kondenswasser abschlagen - der Rest entweicht durch das kleine Loch auf Nimmerwiedersehen aus dem Gerät. Aus diesem Grund verbrauchen mehr Eier weniger Wasser. Witzig aber wahr.

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erstellt am 17.Apr.2014 | 20:00 Uhr

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