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Mecklenburg-Vorpommern

24. November 2017 | 08:42 Uhr

Was lesen Sie? Wir wollen es wissen!

vom

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erstellt am 15.Mär.2012 | 12:47 Uhr

Schwerin / Rostock / Parchim / Ludwigslust | Er sieht aus wie ein einfacher Textmarker. Aber in dem kleinen Plastikgehäuse verbirgt sich modernste Technik zur Datenerfassung: Leser können Beiträge ihrer Zeitung einscannen und somit zeigen, welche Themen ihnen wichtig sind. Mit dem so genannten Readerscan wird das Leseverhalten und werden insbesondere die thematischen Vorlieben der Abonnenten analysiert. Vier Wochen lang begleitet der elektronische Stift 160 Leser unserer Zeitung beim täglichen Zeitungslesen. An den vergangenen Abenden haben wir das Projekt mit Einführungsveranstaltungen gestartet - in Schwerin, Parchim, Ludwigslust und Rostock.

Unverfälschtes Verhalten abbilden

"Die Teilnehmer sollen genauso ihre Zeitung weiterlesen, wie sie es sonst in ihrem Alltag auch tun", betonte Ronny Günther in der Hansestadt. Berichte und Nachrichten, die sie besonders spannend finden, können die Probanden durch den Stift markieren und somit in die Analyse aufnehmen. Texte, für die sie sich vorher nicht interessiert haben, sollen sie auch jetzt außer Acht lassen. "Wir wollen ein unverfälschtes Leseverhalten abbilden", sagte der Experte von Reader scan-Technik.

Jeden Text, den die Leser studieren, müssen sie mit ihrem elektronischen Stift markieren, indem sie mit ihm über die zuletzt gelesene Zeile fahren. Ein heller Piepton bestätigt die erfolgreiche Datenaufnahme. "Ein Artikel ist dadurch zu erkennen, dass er aus einer Überschrift sowie aus einem redaktionell geschriebenen Text besteht", erklärte Carlo Imboden in der Landeshauptstadt. Imboden ist der Entwickler von Readerscan.


Scannen - und auf den Piepton warten

Auch Hintergrundkästen und Bildnachrichten markieren die Teilnehmer, wenn sie sich dafür interessieren. Service-Elemente wie Veranstaltungskalender, Fernsehprogramm und das Wetter sind mit einem Scan code versehen.

Zum ersten Mal den elektronischen Stift in der Hand, übten sich die Teilnehmer an der jeweils aktuellen Ausgabe. Immer wieder fuhren sie mit dem Scanner über die Zeilen und warteten auf den Piepton. Bei einigen klappte es erst beim zweiten oder dritten Mal. "Wir wollen nicht, dass sie der Stift beim Lesen aufhält. Daher sollten sie genug üben, bis sie es können", leitete Günther die Probanden an.

Diese blicken bereits gespannt auf die kommenden Wochen. "Ich kann ohne Zeitung nicht leben", sagte die Schwerinerin Regine Starkow. "Dabei finde ich manche Themen und Artikel sehr interessant, andere weniger. Ich hoffe, dass ich mit meiner Teilnahme am Readerscan dazu beitragen kann, die Zeitung positiv zu beeinflussen." Auch Kathrin Schröter aus Rostock hat ganz konkrete Vorstellungen davon, was sie sich von ihrer Zeitung wünscht: "Seit ich aus dem Harz nach Rostock gezogen bin, lese ich die Norddeutschen Neuesten Nachrichten. Das sind mittlerweile zehn Jahre. Lokales und geschichtliche Themen interessieren mich. Ich hoffe, dass davon mehr erscheint."

Die Möglichkeit, die Zeitung mitzugestalten, reizt auch André Schröder aus Schwerin. "Ich denke, dass man als Leser dadurch mehr Einfluss nehmen kann, als man es mit einem Leserbrief oder einem Online-Kommentar könnte." Kerstin Eichhorst liest bereits seit einigen Jahren die SVZ. "Ich kenne aber auch viele Leute, die gar keine Zeitung lesen. Die Frage danach, wieso das so ist, war für mich der Ansatz, beim Readerscan mitzumachen."

Erkenntnisse fließen direkt in die Planung ein

Frank Kröger aus Rostock kennt die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bereits seit seiner Kindheit. "Ich finde es wirklich sehr gut, dass meine Tageszeitung ihre Leser im Blick hat und ihre Wünsche Ernst nimmt", lobt er. Darauf setzt auch Frank Ladwig. Er liest am intensivsten die Titelseite und den Sportteil. Jetzt ist er neugierig, "wie eine solche Untersuchung funktioniert."

Die Erkenntnisse aus der Studie, die im nächsten Frühjahr in einem zweiten Durchlauf wiederholt werden soll, fließen direkt in die Planung der täglichen Zeitungsausgabe ein. Themen sowie Umfang der Beiträge können so den Wünschen der Leser künftig angepasst werden.

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