Gute Vorsätze für 2017 : Was kostet welcher Sport?

<p>Kendo-Kämpfer bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 2015 in Hanau.</p>

Kendo-Kämpfer bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft 2015 in Hanau.

So teuer sind verschiedene Sportarten im Land. Interaktive Karte mit Vereinen

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28. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Es ist wieder soweit. Das neue Jahr lauert bereits hinter der nächsten Ecke – und mit ihm die Verpflichtung, sich aufs Neue gute Vorsätze auszudenken. Da wird es wieder die üblichen Klassiker hageln: Hier und da ein paar Kilo abnehmen, überhaupt mehr Sport treiben und gesünder essen. Geben Sie es zu, auch Sie haben sich das schon oft vorgenommen. Und sind wahrscheinlich damit gescheitert. Die Idee dahinter ist gut, wenn sie nicht nach wenigen Tagen oder Wochen immer weiter dahinbröckeln würde. Manch einer mag sich mit der Ausrede zu trösten versuchen, dass es in der Nähe einfach nichts gäbe, doch das stimmt nicht.

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Ein Blick auf die rund 2000 Sportvereine und 46 Sportfachverbände im Land – wie heißt es so schön: Treffen sich drei Deutsche, gründen sie einen Verein – zeigt: Egal ob Segeln, Judo, Reiten, Tauchen, Bogenschießen oder Schach, für jeden Geschmack ist etwas dabei – mit Ausnahme der Pasewalker Ecke, die sportlich etwas dünn besiedelt ist. Vorbei kommt man in Mecklenburg-Vorpommern auf jeden Fall nicht am Fußball. Ob das nun an Hansa Rostock liegt, ist unklar. Doch auch Reitsport- und Schützenvereine finden sich oft. Damit unter den kurzfristig gefassten Vorsätzen aber nicht der Geldbeutel leiden muss – denn die Vereinsmitgliedschaft dauert unter Umständen länger als die Motivation –, hat Viviane Offenwanger für Sie einige Sportarten und den finanziellen Aufwand dahinter zusammengestellt.

Schießsport: Hier ist Präzision gefragt

Schützenvereine haben eine lange Tradition und sind entsprechend beliebt – vor allem auf den Dörfern. Hier geht es nicht nur um das reine Schießen, sondern um Nervenstärke und Präzision, Kraft und Kondition. Die Schützen müssen alle anderen Gedanken abschalten und sich nur aufs Ziel konzentrieren. Auch der Wettbewerbsgedanke spielt hierbei natürlich eine Rolle.

Wer diesen Sport beginnen möchte, benötigt nicht von Anfang an eine eigene Ausrüstung – in der Regel können Pistolen und Gewehre  ausgeliehen werden. Eine Einsteiger-Waffe ist für etwa 200 Euro zu haben. Professionelle Match-Waffen sind jedoch erst ab 1000 Euro aufwärts zu haben. Auch Brillenträger können diesen Sport ausüben, benötigen aber ggf. eine Schießbrille (etwa 200 Euro). Einen Waffenschein benötigt man beim Luftdruckschießen nicht. Er wird erst ab Kleinkaliber nötig. Beim Schützenverein „Greif“ in Greifswald kostet die Mitgliedschaft Erwachsene rund 8 Euro monatlich sowie eine Aufnahmegebühr von 80 Euro. Jugendliche bis 21 Jahre zahlen nur 2,50 Euro im Monat.

Ballsport: Nicht nur für Kicker

Fußball? Kann ja jeder. Wie wäre es mit etwas mehr Präzision und Eleganz? Beim Golfen – übrigens eine olympische Sportart – geht es nicht nur um Erholung und die Freude an der Natur. Vor allem ist Ehrgeiz gefragt, um das eigene Spiel immer mehr zu verbessern. Kleine Motivation am Rande: Profi-Golfer wie Tiger Woods können schon mit einem einzigen Spiel Millionen Euro gewinnen. Vielleicht hält sich daher das Klischee noch immer, Golf wäre nur etwas für Snobs und Gutbetuchte. Das stimmt so natürlich nicht.

Richtig ist aber, dass Golf ein relativ hochpreisiger Sport ist. So schlägt die Vereinsmitgliedschaft beispielsweise beim Golfclub Mecklenburg-Strelitz mit 62,50 Euro monatlich zu Buche. Auszubildende und Studenten zahlen 12,50 Euro. Auch die Ausrüstung kann teuer werden: Für Schläger und Tasche sind etwa 450 bis 1500 Euro einzuplanen. Hinzu kommen bis zu 200 Euro für Schuhe und Handschuhe, sowie 50 Euro für kleinere Accessoires wie Bälle und Tees. Eine vernünftige Ausrüstung für Einsteiger kann also 650 Euro kosten.

Motorsport: Berauscht von der Geschwindigkeit

Wer actionreichen Sport liebt und sich nicht vor etwas Dreck scheut, für den ist vielleicht Motocross die richtige Sportart. Da die Wettkämpfe auf abgesperrtem Gelände stattfinden, müssen die Fahrzeuge auch nicht über eine Straßenzulassung verfügen – brauchen also keinen Schnickschnack wie Blinker, Licht, Ständer oder Kennzeichenhalter. Hauptsache, das Teil fährt – und zwar schnell. Hier geht es um Fahrspaß, Geschick und Geschwindigkeit.

Anfänger benötigen in der Regel nicht sofort eine eigene Maschine. Doch es empfiehlt sich, der Qualität wegen, für diese später nicht weniger als 1500 oder 2000 Euro auszugeben. Dazu kommt Schutzkleidung wie ein Helm, Stiefel, Brustpanzer, Nierengurt und Knieschützer. Zusammen erhältlich für etwa 450 Euro. Ausüben kann man Motorport beispielsweise beim MC Rehna. Die Mitgliedschaft kostet Vollmitglieder dort 5 Euro im Monat, Jugendliche und Studenten zahlen knapp 3 Euro. Für Schüler unter 16 Jahren beläuft sich der Mitgliedsbeitrag monatlich sogar auf nur 1,60 Euro. Also Gas geben!

Wintersport: Wettkampf auf dem Eis

Auch, wenn man es nicht vermuten mag, sogar in Mecklenburg-Vorpommern gibt es Wintersport-Vereine. Dabei geht es nicht nur ums Skifahren, sondern beispielsweise auch um Eishockey. Diese rasante Mannschaftssportart ist sehr körperbetont und es kann auch mal zu handfesten Auseinandersetzungen zwischen den Spielern kommen.

Umso wichtiger ist daher für Anfänger guter Schutz – an diesem sollte auch nicht gespart werden. Zur Ausrüstung gehören beispielsweise eine Helmcombo mit Gitter, Schulterschutz, Handschuhe, Beinschutz und natürlich Schlittschuhe. Summa summarum haben Anfänger hier mit Ausgaben von etwa 500 Euro zu rechnen. Bei den „Piranhas“ Rostock kostet die Mitgliedschaft Berufstätige 27,50 Euro monatlich. Kinder, Schüler, Studenten und Auszubildende zahlen 25 Euro. Hinzu kommt eine einmalige Aufnahmegebühr von 20 Euro. Für Brillenträger empfiehlt sich die Nutzung von Kontaktlinsen. Mit Hörgeräten ist dieser Sport – wegen des Helms – eher nicht zu empfehlen. Aber: Nichts ist unmöglich.

Flugsport: Aus sicherer Entfernung

Sport geht auch ohne viel Schweiß und körperliche Anstrengung. Und zwar dann, wenn man sich dem Modellflug widmet – da bleibt man als Sportler nämlich auf dem Boden. Bewegend ist der Modellflug trotzdem, denn es kann sowohl entspannend sein als auch rasant. Zwischen Fluggeschwindigkeiten von mehreren 100 Kilometern pro Stunde und gemütlichem Thermikfliegen stehen Interessenten alle Wege offen. Doch beim Modellflug gilt nicht „probieren geht über studieren“: Ohne Verein funktioniert der Einstieg oft nur unter größten Mühen. Neben einem offiziellen Modellflugplatz findet man dort vor allem Menschen, die einen guten Einstieg ins Hobby leisten: Sei es beim Bau, bei der Reparatur oder beim Fliegen an sich.

Für die ersten Modelle sollten Anfänger je nach Modell etwa 300 bis 500 Euro  einplanen. Dazu kommt eine Pflicht-Haftpflichtversicherung für den Flieger. Beim Modellflugclub in Neustadt-Glewe zahlen Mitglieder derzeit monatlich knapp 12 Euro für die Mitgliedschaft. Eine Anmeldegebühr wird nicht erhoben. Und: Auch mit Brille und Hörgerät darf geflogen werden.

Kampfsport: Japanischer Schwertkampf

Brachial und gesittet zugleich geht es beim Kendo, der modernen Art des  japanischen Schwertkampfes, zu.  Hier geht es vor allem um Disziplin und Körperbeherrschung. Obwohl es sich um einen Vollkontakt-Kampfsport handelt, ist das Verletzungsrisiko – dank der getragenen Rüstung – eher gering. Diesen Sport bietet in Mecklenburg-Vorpommern derzeit nur der SV Einheit Schwerin an.

Zu Beginn ist hierbei einfache Sportkleidung  ausreichend – auch das Shinai (Trainingsschwert) wird zunächst  gestellt. Eine Einsteiger-Ausrüstung mit Hakama, Gi, Trainingsschwert und Schwerttasche kostet später etwa 130 Euro. Die Rüstung schlägt noch mal mit 500 Euro zu Buche – nach oben sind hier jedoch keine Grenzen gesetzt. Dazu kommen monatliche Vereinsbeiträge von 9,25 Euro für Erwachsene und Kinder, beziehungsweise 6,25 Euro für Jugendliche. Die Anmeldegebühr beträgt für Erwachsene 10,50 Euro, für Kinder und Jugendliche 5,50 Euro. Dieser Sport ist für Brillenträger  geeignet, wenn diese auf Kontaktlinsen umsteigen. Träger externer Hörgeräte sollten wegen des Helms verzichten.

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