Was ist die Herzogskunst wert?

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Thomas Gainsboroughs "Charlotte von Mecklenburg-Strelitz" Foto: Museum Schwerin

svz.de von
05. Juli 2012, 09:58 Uhr

Schwerin | Thomas Gainsboroughs "Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. Königin von England" kann man im Oudry-Saal des Staatlichen Museums in Schwerin bewundern. Ein Toilettentisch von Schinkel ist im Schloss Ludwigslust zu sehen. Aber die meisten der knapp 260 Kunstwerke und Gegenstände der Herzoglichen Sammlung lagern in Truhen und Depots. Schätzungen sagen, dass die Sammlung, die die sowjetische Besatzungsmacht 1945 enteignete und die nach der Wiedervereinigung in den herzöglichen Familienbesitz zurückging, 7,9 Millionen Euro wert ist. Bildungsminister Mathias Brodkorb hält alle Details geheim. Max-Stefan Koslik sprach mit ihm.

Herr Minister Brodkorb, welche Gründe sprechen gegen die Veröffentlichung einer Inventarliste der Großherzoglichen Sammlung?

Brodkorb: Dass die Liste derzeit von uns nicht veröffentlicht wird, geht auf den Wunsch der Eigentümerin zurück. Dieser Wunsch findet jedoch seine Grenze an der Tatsache, dass mit der Einleitung des Verfahrens zur Eintragung von Kunstgegenständen in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes auch eine amtliche Bekanntmachung verbunden sein wird.

Inwiefern gefährdet die Veröffentlichung einer solchen Liste die Kaufverhandlungen?

Diese Frage möchte ich nicht beantworten, weil es stillos wäre, Verkaufsverhandlungen über die Presse zu führen.

Sie haben eine Kommission eingesetzt, die die Kulturschätze in der Sammlung bewerten soll...

Nicht ich habe den Sachverständigen-Ausschuss für Kulturgutschutz eingesetzt, sondern mein Amtsvorgänger bereits im letzten Jahr aufgrund eines Kabinettsbeschlusses.

...aber es gibt Kritik aus der Kommission, dass sie nicht aktiv werden kann, z.B. weil schon allein die Liste der Gegenstände der Herzogssammlung nicht allen Mitgliedern bekannt ist, warum geht es da nicht voran?

Dass sich Mitglieder des Sachverständigen-Ausschusses für Kulturgutschutz in welcher Form auch immer gegenüber der Presse geäußert haben, schließe ich aus. Dem Sachverständigen-Ausschuss gehören schließlich respektable Persönlichkeiten an und entsprechend Paragraf 1 Geschäftsordnung des Sachverständigen-Ausschusses werden Informationen aus der Arbeit der Kommission nur durch mein Haus an die Öffentlichkeit gegeben. Insofern habe ich auch keine Veranlassung, angebliche Äußerungen zu kommentieren.

Kann es auch dazu kommen, dass die Sammlung nach Ablauf des Nießbrauchrechts zurückgegeben werden muss? Werden Sie im nächsten Haushalt Geld für den Kauf beantragen?

Da ich im Auftrag des Kabinetts Verhandlungen führe, gehe ich selbstverständlich davon aus, dass Mittel zum Ankauf bereitgestellt werden, sofern das Interesse des Landes und die preislichen Vorstellungen der Eigentümerin miteinander vereinbar sind. Die Entscheidung darüber wird vom gesamten Kabinett getroffen.

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