Rekordtemperaturen im März : Was, ist denn jetzt schon Sommer?

Braunbär Michal genießt die ersten warmen Sonnenstrahlen im Bärenwald Müritz.
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Braunbär Michal genießt die ersten warmen Sonnenstrahlen im Bärenwald Müritz.

Erst in der kommenden Woche ist Frühlingsanfang, doch schon jetzt verzeichnet der März Rekordtemperaturen im zweistelligen Plusbereich

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12. März 2014, 20:49 Uhr

Strahlend blauer Himmel und Sonne satt – das Wetter mit seinen milden Temperaturen verwöhnt uns derzeit regelrecht. Die ersten warmen Sonnenstrahlen locken jedoch nicht nur die Menschen in die Eisdielen und auf die Liegewiesen. Auch Braunbär Michal aus dem Bärenwald Müritz hält es bei diesem Wetter in seinem dunklen Winterquartier nicht mehr aus. Er zieht es vor, sich auf einer grünen Wiese zu entspannen und lässt sich den pelzigen Bauch von den Sonnenstrahlen kitzeln.

„Wir haben derzeit elf wache Bären bei uns“, erzählt Winny Rössner vom Bärenwald Müritz. Bedingt durch das Wetter, beenden die insgesamt 19 Tiere seit drei Wochen nun nach und nach ihre Winterruhe und kommen aus ihren Höhlen. „Im vergangenen Jahr hatten wir bis Ostern noch Schnee. Die ersten Bären haben sich erst Anfang April gezeigt“, erinnert sich die Betriebsleiterin.


Rekordtemperaturen im Winter


Kalendarisch ist noch Winter. Der Frühling beginnt in diesem Jahr erst in der kommenden Woche am 20. März, um 17.57 Uhr. Dann steht die Sonne genau im Zenit über dem Äquator. Die frühlingshaften Temperaturen und den strahlenden Sonnenschein haben wir einer starken Hochwetterlage zu verdanken. Seit mehreren Tagen befinden sich keine Wolken am Himmel und die Sonne hat somit genug Kraft, die Luft zu erwärmen. Die Temperaturen kletterten in vielen Regionen deutlich in den zweistelligen Bereich. Damit wurde nach 37 Jahren ein Rekord für die ersten Märztage aufgestellt. „Die Höchsttemperaturen im Binnenland stiegen in den vergangenen Tagen an die 20 Grad Celsius heran“, weiß der Rostocker Meteorologe Dr. Reiner Thiesel. Selbst an der Küste erreichten die Temperaturen zeitweise zehn bis 15 Grad Celsius. „Es ist schon eine Ausnahmesituation“, so der Wetterexperte. Genau vor einem Jahr beherrschten Schnee und Eis den Norden Deutschlands. Jetzt sei tagsüber das Risiko für einen Sonnenbrand durch die starke Sonneneinstrahlung extrem hoch. „Dieser Winter war auf jeden Fall viel zu mild“, so Thiesel. „Es gab zwei Kälteperioden, eine zum Nikolaus und noch eine um den 27. Januar, mit gefühlten Temperaturen um minus 20 Grad Celsius.“ Doch im Verhältnis sei es rund vier Grad zu warm für diese Jahreszeit, bestätigt auch Ulf Wohlfart vom Deutschen Wetterdienst in Potsdam.

Dieses Wetterphänomen liege jedoch noch im so genannten natürlichen Schwankungsbereich. Dass der warme Frühling mit der Erderwärmung zusammenhänge, könne der Meteorologe nicht bestätigen. „In den USA herrschte ein extremer Eiswinter und sie liegen auf ähnlichen Breitengraden wie wir. Es gibt jedes Jahr Kälte- und Wärmephasen, das ist normal.“

Das sonnige und trockene Wetter soll sich bis mindestens Freitag noch fortsetzen. Zum Wochenende hin wird es dann wechselhaft und windig. „Dann ist der Vorfrühling erst einmal zu Ende“, so der Rostocker Meteorologe. Freitagabend ziehen von Hamburg aus die ersten Wolken herüber, die starken Regen mit sich bringen. Die Temperaturen sinken bis auf unter zehn Grad Celsius und es ist mit starken Sturmböen zu rechnen.

Das Wetter wird auch die gesamte kommende Woche wechselhaft bleiben und es kühlt sich weiter ab.

Doch für Wetterexperte Dr. Reiner Thiesel steht auf jeden Fall fest: „Einen Nachwinter werden wir nicht mehr bekommen.“

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