Wittenberge : „Was für ein Desaster"

Nach diesem Brand der Honda von Karl Muggeridge musste der erste Superbike-Lauf in Assen abgebrochen werden. Foto: Nico Schneider
Nach diesem Brand der Honda von Karl Muggeridge musste der erste Superbike-Lauf in Assen abgebrochen werden. Foto: Nico Schneider

Beim fünften Saisonrennen zur Superbike-Klasse in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Assen verfolgte beide Piloten des Honda Holzhauer Teams massives Sturzpech.

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26. Juli 2012, 11:00 Uhr

Wittenberge | Beim fünften Saisonrennen zur Superbike-Klasse in der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft (IDM) in Assen verfolgte beide Piloten des Honda Holzhauer Teams massives Sturzpech. Die Fireblade von Karl Muggeridge, der den ersten Rennlauf zwei Runden lang angeführt hatte, fing nach einem spektakulären Sturz Feuer und brannte minutenlang, bevor die Löschversuche endlich zum Ziel führten.

Auf dem niederländischen Circuit van Drenthe in Assen wurde die zweite Saisonhälfte der Superbike-IDM eingeläutet. Das Holzhauer Team verstärkte sich wieder wie am Red Bull-Ring mit dem belgischen Fahrwerkspezialisten Steven Casaer. Im Training konnte für Karl Muggeridge ein gut funktionierendes Set-up erarbeitet werden, der Australier qualifizierte sich für Startplatz 5 in der zweiten Reihe, obwohl er dem Qualifyer-Reifen nicht optimal nutzen konnte.

Arne Tode ging in der letzten Runde am Samstagvormittag, beim Versuch, nochmal eine schnellere Zeit zu erzielen, zu Boden. Weil seine CBR1000RR sich im Kiesbett mehrfach überschlug, entstand erheblicher Schaden, dessen Reparatur zum zweiten Quali-Training nicht mit angemessener Sorgfalt zu schaffen war. Der Sachse verzichtete deshalb auf die abschließende Zeitenjagd und nahm das Rennen von Startplatz 15 in Angriff.

Am Renntag vor 7500 Zuschauern brauste Karl Muggeridge im ersten Rennen entschlossen in Führung. Die Freude über die rote Honda am Kopf des Feldes währte nur kurz. In der 3. Runde stürzte Muggeridge in der Kurve nach der Startgeraden, wobei sich die Maschine überschlug und Feuer fing. "Es hat gedauert, bevor die Streckenposten endlich mit Feuerlöschern herumhantierten, aber die Flammen wollten nicht ausgehen, sondern loderten immer wieder neu auf. Es wurden immer weitere Feuerlöscher beigebracht, ich habe mitgeholfen und das Bike mit aufgestellt, damit das Löschmittel den Brandherd besser erreicht. Was für ein Desaster! So etwas mit anzusehen, zerbricht einem das Herz", sagte Muggeridge gegenüber Honda Deutschland.

Als das Rennen nach dem Abbruch erneut gestartet wurde, konnte Muggeridge nicht mit dem Reservebike teilnehmen. Dafür schreibt das Reglement vor, dass die havarierte Maschine an die Box zurückgebracht worden sein muss, was auf Grund der schweren Beschädigung in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht möglich war.

So nahm nur Arne Tode das Rennen erneut auf. Nach dem Restart kämpfte er in einer Gruppe mit mehreren Kontrahenten, die Zielflagge sollte er aber nicht erreichen. "Ich habe lange in einer Gruppe mit Roland Resch, Lucy Glöckner und Luca Hansen gekämpft. In der letzten Runde bin ich auf der Geraden nach der Strubben-Haarnadel mit Luca aneinander geraten und gestürzt. Am linken Ellenbogen habe ich eine Fleischwunde davon getragen, Handgelenk und Fußgelenk sind dick angeschwollen", berichtete Arne Tode von seinem Pech.

Zu dem Komplettausfall beider Fahrer erreichte Teamchef Jens Holzhauer noch die Nachricht, dass über Nacht in seiner Firma eingebrochen wurde. Kurzfristig wurde verständlicherweise erwogen, den ganzen Einsatz abzubrechen und abzureisen. Aber schließlich wurde doch die Teilnahme am zweiten Rennlauf beschlossen, wenn auch nur mit Karl Muggeridge.

Der Australier schoss von der Startlinie los, bog erneut als Zweiter in Turn 1 ein und schob sich bereits in der dritten Kurve entschlossen an einem weißen Motorrad vorbei in Führung. Zwar ließ der Konter nicht lange auf sich warten, die folgenden Runden verteidigte Muggeridge kampfstark seine Position.

Muggeridge hatte sich beim Sturz in Lauf 1 eine Muskelverletzung am linken Oberschenkel zugezogen, darüber aber nicht viel Worte verloren. Dass ihn dies beim Fahren und Beherrschen der 200 PS starken Honda-Superbikes behinderte, läßt sich aber leicht vorstellen.. Eine Weile kämpfte Karl Muggeridge mit Landsmann Troy Herfoss, konnte die Pace aber nicht halten. Anschließend wurde er dann langsamer und fuhr schließlich an die Box , um enttäuscht aufzugeben.

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