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Immigranten in MV : Was fühlen Ausländer in MV?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ausstellung „Wer versteht das schon?“ stellt Zuwanderer und Besucher vor – mit eigenen Gedichten

Ashwin stammt aus dem indischen Bundesstaat Tamil Nadu, ist Physiker und kellnert gerade in Rostock. Hikmat Al-Sabty ist im Irak geboren und Landtagsabgeordneter der Linken in Mecklenburg-Vorpommern. Die Ukrainerin Oksana Kovalchuk studiert Politikwissenschaften in Rostock. Die drei haben eines gemeinsam: Für die Lyrik-Aktion „Wer versteht das schon?“ der in Rostock lebenden Künstlerin Diana Boltres haben sie Gedichte in ihrer Muttersprache geschrieben.

Seit gestern sind die kleinen Kunstwerke mit zahlreichen anderen Gedichten auf Arabisch, Chinesisch und Polnisch, Siebenbürgisch-sächsisch, Akan (eine afrikanische Sprache) oder Ungarisch in Schwerin in einer Ausstellung zu sehen. Die Schau auf dem Flur der SPD-Landtagsfraktion im Schloss läuft bis zum 13. März.

Die Gedichte wurden in den Sprachen ihrer Autoren auf große Plakate gedruckt, in kleinen Zwischenzeilen findet sich die deutsche Übersetzung. „Man muss näher herantreten, um etwas zu erfahren“, sagte Boltres bei der Ausstellungseröffnung über das Anliegen ihrer Aktion. „Zwischen den Zeilen erfährt man mehr als auf den ersten Blick.“ Zuwanderer würden häufig über Defizite wahrgenommen, vor allem, wenn sie die deutsche Sprache noch nicht gut beherrschten. Das sei schade.

Die Themen der Gedichte reichen von Heimat und Identität über Liebe bis hin zu Eindrücken in der neuen oder zeitweiligen Heimat Deutschland. Diese sind bisweilen irritierend. So schreibt die aus Großbritannien stammende Lucy Cathrow: „,Es ist schön hier’,/ sagte die Frau im Hotel, als wir uns damals in Rostock umschauen wollten./ ,Keine Ausländer.’/Mein Mut sank. ... Wenn sie nur wüsste.“ Der Afrikaner Isaac Asiamah Yeboah schreibt: „Und dort: noch ein Stern!/Niemand sucht sich aus, unter welchem er geboren wird./Und niemand sucht sich aus, wann er sterben wird./ Ebensowenig sucht sich jemand seine Rasse aus.“ Oksana Kovalchuk und Ashwin trugen ihre Gedichte bei der Eröffnung der Ausstellung in Schwerin vor. Wie sie aktuell die Demonstrationen von Pegida und deren Ablegern wie MVgida wahrnehmen? Bislang nicht als Problem. Dresden sei weit weg, sagte Ashwin, und die Bewegung ja erst drei Monate alt.

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