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Brandanschlag : „Warum ist gerade mein Auto abgefackelt worden?“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Noch kein Täter nach Brandanschlag in Parchim ermittelt - Besitzer Raik Fandrich spricht über die Horrornacht mit Folgen. Polizei sucht Zeugen.

Wenn Raik Fandrich am Burgdamm-Parkplatz vorbei geht, schaut er unwillkürlich auf die Stelle, wo er am Mittwochnachmittag seinen Mitsubishi abgestellt hatte. Dass sein geliebtes Auto, das ihm die Eltern vor sieben Jahren zur Hochzeit geschenkt hatten, Stunden später nur noch ein verkohlter Schrotthaufen sein würde, hätte er sich nicht vorstellen können. „Als um 4.15 Uhr die Polizei an der Haustür stand, um festzustellen, ob ich der Halter eines von zwei abgebrannten Fahrzeugen bin, glaubte ich zunächst an einen schlimmen Traum“, erinnert er sich. Erst als er selbst in Augenschein genommen hat, dass die Feuerwehr vergeblich versucht hatte, einen brennenden VW Polo und den Mitsubishi zu löschen, begann Raik Fandrich das Geschehen zu begreifen. Sein erster Gedanke: „Gott sei dank ist kein Mensch zu Schaden gekommen“. Doch auch den Verlust des Autos kann der 36-Jährige nicht so leicht verkraften. „Ich arbeite im Vier-Schichtsystem in Lübz. Meine schwangere Frau muss regelmäßig zum Arzt. Wie sollen wir das ohne ein Fahrzeug schaffen“, macht sich der Familienvater große Sorgen. Hinzu kommt die Ungewissheit. „Warum ist gerade mein Auto abgefackelt worden?“, fragt sich Raik Fandrich.

Die Polizei ist sich schon kurz nach der Tat sicher: Brandstiftung ist sehr wahrscheinlich. Erste Ermittlungen haben ergeben, dass das Feuer vom Nachbarfahrzeug – einem VW Polo, der einer jungen Frau gehört – ausgegangen ist und dann den Mitsubishi erfasst hat. Fünf Tage danach gibt es noch keinen Hinweis auf Täter und deren Motive. „Wir schließen eine Beziehungstat nach bisherigen Erkenntnissen aus. Beide Fahrzeuge könnten zufällig ausgewählt worden sein“, so Polizeisprecher Klaus Wiechmann. Intensiv werde an der Auswertung der Spuren gearbeitet. Darüber hinaus wird nach Zeugen gesucht.

Im Landkreis Parchim gab es in diesem Jahr bereits zwei weitere Autobrandstiftungen (in Sternberg und Lübz). „Es sind Ausnahmestraftaten. Wenn Autos gebrannt haben, waren fast immer technische Fehler die Ursache“, sagt Polizeisprecher Wiechmann.

Für die Familie von Raik Fandrich ist es nur ein kleiner Trost. Er hat sich in den vergangenen Tagen Fahrzeuge von der Schwester und den Eltern geborgt, um pünktlich zur Arbeit zu kommen. Nun hofft er, dass der Kauf eines billigen Gebrauchtwagens bald klappt. Für das neue Auto würde er auf jeden Fall eine Teilkaskoversicherung abschließen, denn für sein abgefackeltes Auto gibt es nur eine Entschädigung, wenn der Täter gefunden wird und zahlen kann. „Ich habe Angst, mein neues Auto nachts wieder auf einem öffentlichen Platz abzustellen“, sagt er.

Und ein Verlust schmerzt ihn sehr. Als Präsident des Karnevalvereins PCC hatte er im Auto den „Orden der Eisbeinrepublik“ vor einer geplanten Veranstaltung mitgeführt. Der ist ebenso wie das Navigerät in Asche und Rauch aufgegangen.

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