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Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 08:32 Uhr

Warum der Keinohrhase einer von uns ist

vom

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erstellt am 26.Sep.2013 | 10:15 Uhr

Parchim | Die Bank vor ihrem Haus in der Nähe von Parchim gehört zu den Lieblingsorten von Maya Gräfin Rothkirch. Fast jedes Wochenende kommt die Regisseurin und Produzentin von "Keinohrhase und Zweiohrküken" nach Mecklenburg. Ihr Garten und ihre Pferde lenken ab vom Berliner Stadtleben. Regelmäßig kommt sie auch nach Schwerin. Und der Fünf-Seen-Lauf ist ein fester Termin im Familienkalender. Unser Mitarbeiter Andreas Frost traf sich mit der erfolgreichen Künstlerin.

Wie viel Mecklenburg-Vorpommern steckt in dem Film?

Die Landschaft im Film kommt der aus Mecklenburg-Vorpommern schon sehr nahe, auch wenn das reetgedeckte Keinohrhasen-Haus ebenso in Nordfriesland stehen könnte.
"Lauras Stern" und "Der Kleine Eisbär" gehören zu Ihren bekanntesten Filmen. Wo ordnet sich da "Keinohrhase und Zweiohrküken" ein?

Die beiden Filme sind an die Kinoeinsteiger gerichtet. Anders als in manchen amerikanischen Filmen werden die Kinder nicht durch rasante Geschwindigkeit oder furchterregende Gefahren überfordert. Bei "Keinohrhase und Zweiohrküken" sind wir diesem Stil treu geblieben. Die Beiden machen eine Entwicklung durch. Am Anfang wünscht sich der Kein-ohrhase einen Freund, der genau so ist wie er - auf jeden Fall einen ohne Ohren. Am Ende erkennt er, dass wahre Freundschaft bedeutet, den anderen so zu akzeptieren wie er ist. Unsere Helden vermitteln den Kindern, dass Anderssein nichts Schlimmes ist, sondern ganz im Gegenteil jeder seine besonderen, liebenswerten Fähigkeiten und Stärken hat.

Es ist ja ein Film über einen Außenseiter. Warum ist es kein Film über ein freches Duo geworden?

Diese Frage könnten die beiden Autoren der Bilderbücher besser beantworten, dort liegt ja die Grundlage der Geschichte. Wenn man sich jedoch Klaus Baumgarts andere Kinderbücher ansieht, erkennt man schnell sein Faible für poetische Geschichten. Ich denke auch, Til Schweiger hat die Außenseiter-Geschichte, welche die Werte von Freundschaft und Mut thematisiert, mehr gereizt.
Warum wollten Sie den Film machen?

Die Geschichten der Bilderbücher, wie die beiden Figuren sich kennen lernen und gemeinsam ihre Träume verwirklichen, eignete sich hervorragend für einen Animationsfilm. Besonders reizvoll war es, eine völlig neue Welt zu entwickeln, denn die Bücher sind im Aquarellstil gehalten und wir haben eine idyllische, aber auch recht realistische Welt mit Gras, Blättern und Fellcharakteren erschaffen.

Wie viel Einfluss hat Til Schweiger gehabt und wie viel seine Tochter Emma?

Til Schweiger war von Anfang an in die Entwicklung des Drehbuchs und auch des Designs eng eingebunden. Wenn die Geschichte und das Design einmal stehen, ist es bei einer Animationsproduktion dann ein langer Weg bis zum farbigen Bild und da hat Til uns und unserer langjährigen Erfahrung absolut vertraut. Die Songs hat er dann parallel zum langsam fertig werdenden Bild ausgewählt. Allein am Soundtrack des Films erkennt man ganz klar Tils Handschrift. Emma hat dem Zweiohrküken durch ihre Stimme einen eigenen, liebenswerten Charakter verliehen.

Filmografie
Maya Gräfin Rothkirch
1992/93 „Lisa und Paul“, international erfolgreiche Fernseh-Serie, sowohl Drehbuch als auch Regie
1999/2000 Serie „Lauras Stern“ , Koproduktion mit dem ZDF, Produktionsleiterin und Regisseurin, prämiert mit dem Deutschen Filmpreis sowie dem First Award for the best Animation Film for Children beim CICFF 2005
1991-1994/2001-2002 Produzentin die TV Serien „Der kleine Eisbär“ für den WDR
1999 Kinofilm „Tobias Totz und sein Löwe“, 2001 mit dem Goldenen Spatz ausgezeichnet, Produktionsleitung
2009 und 2011 folgten die Sequels „Lauras Stern und der geheimnisvolle Drache Nian“ und der stereoskopische 3D-Kinofilm „Lauras Stern und die Traummonster“.
Herbst 2013 kommt „Keinohrhase und Zweiohrküken“ in die Kinos, den die Rothkirch Cartoon-Film zusammen mit Warner Bros. und Barefoot Films GmbH produziert hat.
Bei dem 3D-Film handelt es sich um eine Kinder-Trickfilm-Fortsetzung von Til Schweigers erfolgreichen Komödien „KeinOhrHasen“ (2007) und „Zweiohrküken“ (2009).

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