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Warten auf schnelles Internet soll ein Ende haben

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erstellt am 04.Jan.2012 | 06:10 Uhr

GroSS Pankow | Am 9. und 10. Januar soll der Richtfunkmast bei Seddin gesetzt werden. Das Fundament dafür ist bereits vorhanden. Noch im Januar könne dann in Hellburg, Kreuzburg, Tacken, Tangendorf und Seddin schnelles Internet empfangen werden. Die Orte Rohlsdorf, Retzin, Kehrberg und Vettin würden im Februar folgen. Das erfuhr der "Prignitzer" auf Nachfrage von Fabian Reisewitz, Geschäftsführer der Airspace Communications GmbH mit Sitz in Potsdam. Er verweist darauf, dass für den Sendemast in Seddin noch der Stromanschluss fehle, "welcher seit langem bereits beantragt ist". Ohne diesen Anschluss könne die Versorgung nicht gewährleistet werden.

Ursprünglich wollte das Unternehmen bis Ende Oktober vorigen Jahres 14 Orte der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz) anschließen, für die es bisher keine entsprechende Breitbandversorgung gab. Die Investition kostet 180 000 Euro, davon entfallen 90 Prozent auf das Land Brandenburg, zehn Prozent auf die Gemeinde. Die Potsdamer Firma war die einzige gewesen, die sich seinerzeit auf die Ausschreibung der Gemeinde gemeldet hatte. Airspace verspricht über die XDFL-Technik eine Versorgungspalette von sechs über 16, 25, bis zu 100 oder gar 200 Megabit pro Sekunde.

Mittlerweile gibt es aber auch andere Anbieter, hat sich so mancher Kunde, der im vergangenen Jahr noch auf Airspace gesetzt hat, umentschieden wegen der Verzögerung.

Das weiß man auch in der Gemeinde Groß Pankow (Prignitz). Allerdings, so Bauamtsleiter Halldor Lugowski auf "Prignitzer"-Nachfrage, könnten diese Anbieter bislang nur punktuell schnelleres Internet liefern, aber nicht für gesamte Orte. Es gebe also derzeit keine wirkliche Alternative, würde die Gemeinde aus dem Vertrag mit Airspace aussteigen. Angekündigt hatte sie das bereits Ende Oktober mit der Aufforderung zur Vertragserfüllung.

Reisewitz macht für die Verzögerungen die Behörden verantwortlich, spricht von einem "Riesenstress" , was das Baugenehmigungsverfahren für den Sendemast in Seddin anbelange. Der soll außerhalb der Ortslage am Feldweg nach Tacken errichtet werden, wird sich mit Antennenanlage über 30 Meter hoch erstrecken. "Aber ohne diesen Mast bekommen wir kein Internetsignal in die Orte", macht der Airspace-Geschäftsführer deutlich, der kein Verständnis dafür zeigt, dass er neben dem schwierigen Genehmigungsverfahren nun auch noch 12 000 Euro Strafe zahlen müsse, weil der Sendemast die Optik verschandle. Die Fördermittel für die Errichtung der Richtfunkstrecke und damit die Versorgung der Orte mit schnellem Internet seien so knapp bemessen. Da sei eine solche Summe kein Pappenstil.

Bernd Lindow von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Prignitz stellt richtig, dass es sich bei den 12 000 Euro nicht um eine Strafe, sondern die laut Naturschutzrecht gesetzliche Ausgleichsabgabe handele, die jeder Funkmastbetreiber für die Errichtung einer solchen Anlage zu begleichen habe. Denn es handele sich bei diesen Bauvorhaben um einen nicht kompensierbaren Eingriff in das Landschaftsbild. Diese Abgabe leite der Kreis weiter an das Land.

Die auf das schnelle Internet dringend wartenden Bewohnern, die bereits im Sommer vergangenen Jahres die Verträge mit Airspace abgeschlossen hatten, könnten nach drei Monaten entsprechend der Geschäftsbedingungen abspringen, räumt Reisewitz ein.

Andererseits habe man auch schon neue Verträge abgeschlossen, erlasse den Kunden die 149 Euro einmaliger Anschlussgebühr als Entgegenkommen für die lange Verzögerung.

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