Surfen in MV : Warten auf den perfekten Wind

 
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40 Surfreviere gibt es in MV. Eines ist das in der Wohlenberger Wiek bei Wismar - seit 13 Jahren betreibt Sebastian Knopf hier seine Wassersport-Schule

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09. August 2015, 09:00 Uhr

Kitesurfen, das ist fast wie fliegen nur knapp über dem Meer. Wenn der Wind richtig weht, zieht einen der Drachen in atemberaubender Geschwindigkeit über das Wasser. Bis zu 90 Stundenkilometer können Profis schnell werden. Dabei heben sie manchmal sogar mehrere Meter von der Wasseroberfläche ab. Über 100 Meter gleiten sie dann durch die Luft. Adrenalin pur.

Robert Knopf schaut nach oben. Die Fahne auf dem Dach seiner Wassersportschule flattert traurig im Wind. „Keine guten Voraussetzungen zum Kiten“, meint er. „Aber zum Surfen reicht es. Wenig Wind ist für die Anfänger sogar besser.“ Seit 13 Jahren betreibt Knopf eine Wassersportschule „Surf-Knopf“ an der Wohlenberger Wiek bei Wismar. Surfen, Kiten oder auch Segeln sind so beliebt wie nie zuvor.

Es ist 9.30 Uhr. 15 Surfbretter liegen bereit für die erste Surfklasse im Wasser. Knopf hat alle Hände voll zu tun. Es sind mehr Schüler da, als geplant. Er muss umdisponieren. Für alle sind nicht genug Bretter da. „Am Montag war es noch voller. Da hatten wir so viele Kursteilnehmer wie noch nie“, meint Knopf.

Mit der Eröffnung der Surfschule erfüllte sich der gelernte Kfz-Mechaniker einen lang gehegten Traum. Er selbst ist auf dem Surfbrett quasi groß geworden. Seine Mechaniker-Karriere hing er schnell wieder an den Nagel. „Ich wollte immer draußen arbeiten, mit Menschen.“ Für den richtigen Standort seiner Surfschule suchte er jeden Strand in Mecklenburg-Vorpommern ab. „Schließlich wurde ich hier auf dem Campingplatz an der Wohlenberger Wiek fündig.“ Inzwischen kann er von der Schule sehr gut leben und kommt sogar über den Winter, wie er sagt.

Der Abschnitt der Wismarer Bucht steht eigentlich unter Naturschutz. Doch für die Windsurfer und Kiter wurde extra eine Surfzone eingerichtet. Von April bis Oktober können die Sportler raus aufs Wasser. Besonderer Vorteil für Anfänger ist hier das Flachwasser. Jan-Timon Mehrtens (14) und sein Freund Bastian Krüger (15) haben sich gerade Neoprenanzüge übergezogen. Auch jetzt im Sommer kann es auf dem Wasser recht frisch werden. Beide Jungs stehen diesen Sommer das erste Mal auf dem Surfbrett. „Surfen ist gar nicht so schwierig. Nur, dass man immer nur in zwei Richtungen fahren kann, wusste ich nicht“, erzählt Jan-Timon. Bastian stimmt ihm zu. Dann geht es auch schon raus aufs Wasser. Fünf Tage lang geht der Kurs. Doch wann sollte man mit dem Surfen anfangen? „Zum Surfenlernen ist ein Alter von acht Jahren ideal“, meint Knopf. Für Kinder hat er kleine Segel parat. Nach oben hin gebe es keine Grenzen. Jedoch ist eine gewisse körperliche Fitness Voraussetzung für den Sport.

Inzwischen ziehen Jan-Timon, Bastian sowie die andren Kursteilnehmer auf dem Wasser ihre Bahnen. Die großen roten Segel bewegen sich nur gemächlich vorwärts. So richtig ist eben kein Wind heute, bedauert Knopf. „Sobald es richtig kachelt, zieht es mich auch nach draußen.“

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es derzeit 40 Surf- und Kitegebiete. Wo genau die liegen, wo man sich am besten Bretter ausleihen kann und Wassersportschulen findet, erfährt man im Internet unter www.auf-nach-mv.de/kiten-spots.

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