IG Metall Küste : Warnstreik-Welle rollt

Arbeiter von Hydro Aluminium stehen in Hamburg vor dem Werkstor.
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Arbeiter von Hydro Aluminium stehen in Hamburg vor dem Werkstor.

Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie trifft im Norden nach und nach immer mehr Unternehmen

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10. Januar 2018, 21:00 Uhr

Die IG Metall Küste hat heute ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie in Norddeutschland fortgesetzt und die Gangart verschärft. Die Schwerpunkte der Warnstreiks lagen im nordwestlichen Niedersachsen, besonders in Wilhelmshaven, teilte die IG Metall Küste mit. Auch das Werk von Hydro Aluminium in Hamburg war betroffen. Insgesamt hätten sich rund 650 Beschäftigte an den Aktionen beteiligt.

In der Nacht sollte auch Schleswig-Holstein mit dem Unternehmen Danfoss Power Solutions in Neumünster in den Tarifkonflikt einbezogen werden, sowie die Nachtschichten von Daimler, Lear und Bosch in Bremen ihre Arbeit niederlegen. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen IG Metall Küste und Nordmetall ist für den 18. Januar in Bremen angesetzt.

Am Freitag will die Gewerkschaft die Warnstreiks auf Mecklenburg-Vorpommern ausdehnen und plant eine gemeinsame Kundgebung von Caterpillar, Neptun Werft und MV Werften in Rostock. Dazu trifft es nun prominente Großbetriebe der Branche im Norden: In Hamburg gibt es größere Kundgebungen bei Airbus und Mercedes. In Nordwestniedersachsen beteiligen sich zum Beispiel Premium Aerotec und ThyssenKrupp Aerospace in Varel, Waskönig + Walter Kabelwerk in Saterland und die Meyer Werft in Papenburg. In Schleswig-Holstein wird Lübeck mit mehreren Betrieben der regionale Schwerpunkt; eine Kundgebung ist bei Dräger Medizintechnik angekündigt. Insgesamt sind 30 Betriebe im Norden zu Warnstreiks aufgerufen.

Die Gewerkschaft fordert für die 140 000 Beschäftigten der Branche im Norden sechs Prozent mehr Geld sowie einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 28 Stunden, zum Teil mit Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite hat bislang zwei Prozent mehr Entgelt angeboten und eine Einmalzahlung von 200 Euro.

Die Arbeitgeber warnten die Gewerkschaft bereits am Dienstag vor einer Ausweitung des Tarifkonflikts. „Einlenken statt eskalieren ist das Gebot der Stunde“, mahnte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch.

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