Warnstreik legt Luftverkehr lahm

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21. März 2013, 05:40 Uhr

Der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi mit tausenden Lufthansa-Beschäftigten hat Wirkung gezeigt: Am Donnerstag fielen am Vormittag in Hamburg rund 70 Flüge aus, manche Passagiere warteten im Flughafen-Terminal stundenlang auf einen Anschluss. Rund 6000 Reisende dürften nach Angaben des Flughafens in Hamburg von den Folgen des Ausstands betroffen gewesen sein. Am Nachmittag normalisierte sich das Fluggeschäft wieder. Verdi-Chef Frank Bsirske kündigte bei einer Kundgebung an der Lufthansa-Technikwerft in Hamburg weitere Protestaktionen an, sollte sich der Konzern im Tarifstreit nicht auf die Arbeitnehmer zubewegen.

An diesem Freitag wollen die Tarifparteien in Frankfurt weiter für die 33 000 Beschäftigten im Konzern verhandeln. Lufthansa hatte den Warnstreik schon vor der zweiten Tarifrunde als "völlig überflüssig und unverhältnismäßig" bezeichnet. Die Lufthansa hat in ihrem Sparprogramm "Score" Beiträge der Beschäftigten zur Verbesserung der Produktivität gefordert. Die Personalkosten sollen im Konzern um 500 Millionen Euro zurückgefahren werden.

Zu der Hamburger Kundgebung kamen nach Gewerkschaftsangaben rund 4000 Menschen, auch weil an den Lufthansa-Standorten im Norden mehr als 1100 Stellen wegfallen sollen. Der Verdi-Chef forderte Lohnzuwachs, Arbeitsplatzsicherung und Verbesserungen für Auszubildende. "Wer uns nicht ernst nimmt, kriegt uns danach ernsthaft zu spüren", rief Bsirske den Teilnehmern zu. "All das, was uns wichtig ist, ist für den Vorstand ein rotes Tuch." Verdi verlangt 5,2 Prozent mehr Geld. Lufthansa hat hingegen von den Arbeitnehmern Nullrunden und längere Arbeitszeiten gefordert.

Mit Trillerpfeifen und Plakaten machten die Beschäftigten ihrem Ärger über Firmenführung und Sparpläne Luft. "Das ist ein Programm des erklärten Lohnraubs, ein Programm des Frontalangriffs", sagte Bsirske. Auch Mitarbeiter des Lufthansa-Standorts Norderstedt (Schleswig-Holstein) waren gekommen. Er soll dicht gemacht werden und bis 2017 dort rund 350 Arbeitsplätze wegfallen. Rund 160 Arbeitsplätze aus der Hamburger Lufthansa-Verwaltung sollen an einen anderen Standort verlagert werden. Auf der Technikwerft werden bis 2015 rund 650 Stellen über Altersteilzeit oder Vorruhestand gestrichen.

Da der Warnstreik angekündigt war, konnte die Lufthansa vor allem das Europa- und Deutschland-Programm rechtzeitig absagen.

Nach Angaben der Frankfurter Lufthansa-Zentrale fielen mehr als 670 Flüge von rund 1800 für diesen Tag aus. Zu Streikversammlungen kam es auch in Frankfurt, Düsseldorf, München, Berlin und Köln.

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