Mecklenburgische Seenplatte : Warnstreik legt Busverkehr an Müritz lahm

 Foto: Bernd Wüstneck/zb/dpa
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An der Müritz steht das Gros der Busse still, in einigen Regionen fahren Schulbusse. Es gibt aber auch Kritik am Vorgehen der Gewerkschaft.

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04. Februar 2020, 06:49 Uhr

Ein Warnstreik hat am Dienstag den Busverkehr vor allem in der Müritz-Region lahmgelegt. Wie der Geschäftsführer der Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) mbH, Torsten Grahn, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstagmorgen sagte, waren 90 Prozent der Busse an den Standorten Waren und Röbel sowie etwa 60 Prozent der Fahrten aus Stavenhagen betroffen.

Mit dem Warnstreik in Teilen des Kreises Mecklenburgische Seenplatte, der bis Mittwochabend dauern soll, will die Gewerkschaft Verdi ihre Forderungen im Tarifstreit mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband für den Nahverkehr im Nordosten durchsetzen.„Viele Eltern beschweren sich, da 85 Prozent unserer Fahrgäste Schulkinder sind“, sagte Grahn. Verdi hatte die Aktion erst Montagabend angekündigt.

Kaum Alternativen zum Busverkehr

Der Landkreis an der Seenplatte ist mit rund 5500 Quadratkilometer der größte bundesweit und besonders ländlich geprägt. Eine Alternative zum Busverkehr, wie etwa Bahnstrecken, gibt es kaum. Die Busfahrer in den Regionen Friedland und Neustrelitz fahren derzeit den Schülerverkehr, wie Grahn sagte. Die MVVG versuche zudem, mit Fahrern aus der Verwaltung und ehemaligen Fahrern einige Hauptlinien wie jene von Röbel über Waren nach Neubrandenburg und Stavenhagen-Neubrandenburg aufrechtzuerhalten.

Im Tarifstreit des Öffentlichen Nahverkehrs gibt es seit drei Wochen Warnstreiks. Die Gewerkschaft fordert für die rund 1500 Beschäftigten der kommunalen Nahverkehrsgesellschaften 2,06 Euro mehr Lohn pro Stunde und einen Angleichungsschritt an andere Tarifgebiete von 100 Euro. Das wäre laut Grahn eine Tariferhöhung von 20 Prozent, was weder durch die Fahrpreise noch durch den Landkreis als Gesellschafter finanzierbar sei.

Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Erhöhung angeboten, die pro Jahr rund 1000 Euro mehr pro Fahrer bedeutet hätte. Das war Verdi zu wenig. Laut Verdi liegt der Brutto-Durchschnittsverdienst eines Busfahrers im Osten bei rund 2500 Euro, im Westen seien es 250 Euro mehr. Am 17. Februar sollen die Verhandlungen in Rostock fortgesetzt werden. In Mecklenburg-Vorpommern beginnen an diesem Freitrag mit der Zeugnisausgabe die Winterferien für zwei Wochen.

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