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Seit gut 30 Jahren steht die Sängerin auf der Bühne : Wann nimmt Nicole ihren Hut?

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Nicole (48) weiß ganz genau, wie sie sich eines Tages von der Bühne verabschieden wird. Kurz und schmerzlos - und mit einem Hut. Kein Tamtam vorher, keine Abschiedstournee und sicher auch kein Comeback.

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erstellt am 15.Aug.2013 | 10:48 Uhr

Nicole (48) weiß ganz genau, wie sie sich eines Tages von der Bühne verabschieden wird. Kurz und schmerzlos - und mit einem Hut. "Meine Fans wissen, dass ich bei meinen Konzerten immer einen imaginären Hut ziehe. Einen Lufthut sozusagen", sagt die Sängerin aus dem Saarland, die 1982 den Eurovision Song Contest für Deutschland mit "Ein bisschen Frieden" gewann. "Wenn der Hut aber irgendwann einmal Realität wird, wenn die Fans einen Hut bei mir auf der Bühne sehen, dann wissen sie, sie sind beim letzten Auftritt dabei." Sie werde den Hut dann ziehen, leise Servus sagen - und das war’s. Kein Tamtam vorher, keine Abschiedstournee und sicher auch kein Comeback.

Wann sie ihr letztes Konzert geben wird, weiß Nicole Seibert aber nicht. "Noch ist es nicht soweit." Es werde noch Einiges von ihr geben, sagt die zierliche blonde Frau, die mehr als 20 Alben eingesungen hat, im Jahr um die 50 Konzerte gibt und zig Millionen Tonträger verkauft hat. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt gekommen? "Das sagt mir mein Bauch." Im nächsten Jahrzehnt vielleicht. "Bevor die 6 davor steht, könnte ich mir vorstellen."

Aber demnächst wird Nicole erstmal im Rampenlicht stehen. Denn im Herbst 2014 wird sie 50 Jahre alt. "Nächstes Jahr wird mein Jahr." Ein Jubiläumsalbum werde es geben, zwei Songs hat sie schon geschrieben, erzählt sie. Ob sie sich auf den 50. freue? "Ich habe gerne den 30. und den 40. gefeiert. Ich werde genauso gerne den 50. feiern, im Kreise meiner Familie und Freunde."
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Und dann plant sie ein "Multikultialbum" mit 13 Liedern in 13 Sprachen. Vorstellen könne sie sich u. a. Lieder auf Japanisch, Chinesisch, Thailändisch oder Türkisch. "Ich werde Sprachlehrer einladen und üben." Ihren Hit "Ein bisschen Frieden" hat sie auch in sieben Sprachen gesungen.

Singt sie den Gewinnersong nach all den Jahren immer noch gerne? "Natürlich. Dieses Lied und ich - wir sind untrennbar." Zudem sei es immer noch aktuell. "Die Welt hat sich nicht wirklich verändert. Kriege wird es immer geben", sagt die Musikerin. Und den Wunsch nach Frieden. Bei Konzerten singt sie das Lied immer. "Die Leute erwarten das."

Ansonsten bietet die Sängerin ihren Fans immer wieder Neues. Auch mal Rap, auch mal Rock. "Es gibt ganz viele Kollegen, da hört sich das fünfte Album an wie das sechste und das siebte wie das achte." Das wäre ihr zu wenig. Fans sagten ihr, wie ihre Lieder ihnen Kraft und Mut geben. "Dann weiß ich: Ich habe mehr als nur die Aufgabe, zu unterhalten."

Deshalb singt sie auch gern in Kirchen. Weil ihre Texte zu Frieden, Hoffnung, Liebe und Glauben dorthin passten, sagt Nicole. Auch ihre "handgemachte Musik - live ohne Playback" - habe in Kirchen eine besondere Akustik. "Ich mag es pur. Kein Blink-blink, keine Pyro." Einfach nur Stimme, Gitarre, Bass und Cajon (Kistentrommel).

Stoff für neue Songs fallen ihr ständig ein. "Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt. Das ist die Vorlage." Sie singt auch über den Tod, das Ende von Beziehungen und Krieg. Zu Hause singt sie aber nicht. Nur, wenn sie neue Song-Texte lernt. Mit Hip-Hop und Musik ohne Melodien kann sie nichts anfangen. "Ich mag Reinhard Mey und Céline Dion."

Wichtiger als die Bühne ist für Nicole nur die Familie. Ihr Mann, ihre zwei Töchter - und seit fast zwei Jahren ihre Enkeltochter Mara. Oma zu sein, findet sie "klasse". Mit Mara singt sie auch ihre Lieder - beim Autofahren.

Nicole ist Saarländerin durch und durch. Sie lebt dort, wo sie aufgewachsen ist. Dennoch: Einen Ort gebe es, an dem sie auch gerne wohnen würde: in Kapstadt in Südafrika. "Da ist das Licht golden."

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