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Mecklenburg-Vorpommern

23. Oktober 2017 | 19:17 Uhr

Ivenacker Eichen : Wandeln in den Wipfeln

vom
Aus der Onlineredaktion

Deutschlands einziges „Nationales Naturmonument“ ist nun aus einer ganz neuen Perspektive erlebbar.

svz.de von
erstellt am 29.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Deutschlands einziges „Nationales Naturmonument“ – der Wildpark Ivenacker Eichen (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) – zieht mehr Gäste an und hat ein weiteres Highlight. „Morgen wird der spektakuläre Baumkronenpfad eröffnet“, sagte Ralf Hecker, der zuständige Forstamtsleiter. Für rund vier Millionen Euro, die zu einem Großteil von der Jost-Reinhold-Stiftung kamen, entstand ein 35 Meter hoher Aussichtsturm mit Fahrstuhl und einem 450 Meter langen Steg, der von den riesigen Baumkronen bis zur Erde führt.

In dem etwa 70 Hektar großen Wildpark gibt es fünf Pracht-Eichen, die bei geschätztem Alter von 600 bis 1200 Jahren zu den stärksten Eichen Europas gezählt werden. Seit der Anerkennung als „Naturmonument“ vor einem Jahr ist die Besucherzahl um etwa 20 000 auf 80 000 Gäste im Jahr gestiegen.

Der 35 Meter hohe Aussichtsturm
Der 35 Meter hohe Aussichtsturm Foto: Bernd Wüstneck

An schwarz angebrannten Palisaden führt der Weg behindertengerecht langsam hinauf durch alle Wachstumszonen der Bäume. Die stattlichen Eichen konnten nur entstehen, weil der Park Ivenack jahrhundertelang als Waldweide für Rinder, Schweine und Schafe genutzt wurde. Erst Slawen, dann Hirten des Klosters und schließlich sorgte ein Ritter dafür, dass die Waldweide wegen der Eichelmast beibehalten wurde, obwohl dies in der Forst in Deutschland schon verboten war.

„Wenn man den Wald wachsen ließe, würden Buchen die langsamer wachsenden Eichen ,ausdunkeln‘“, erläuterte der Forstfachmann. Das hätten vergleichende Untersuchungen in anderen Regionen bewiesen. In Ivenack bekommen die Eichen schon früh Raum, um stattliche Kronen auszubilden, Baumkonkurrenten werden entfernt. „Wir haben rund 200 Eichen, die in Brusthöhe mehr als einen Meter Stammdurchmesser haben.“ Das größte Exemplar hat 35 Meter Höhe, elf Meter Stammumfang und ist mit mehr als 140 Kubikmetern Volumen Europas stärkste Stieleiche. Und sie wächst auch noch. In dieser Höhe kann der Besucher auch vom Ausssichtsturm blicken. Dort sieht man auf Tafeln, dass Riesen-Eichen viel höher sind als das Brandenburger Tor in Berlin mit 26 Metern.

Vor dem Park sind die Insel im Ivenacker See, das Schloss, viele solitäre Baumriesen auf Feldern und in der Ferne Windräder zu erkennen. „Es ist gut, dass diese so weit weg sind“, erklärte der Ivenacker Bürgermeister Stefan Guzu (parteilos), der die Aussicht schon einmal sehen durfte.

Windkraftfirmen hatten auch bei Ivenack bis zu 250 Meter hohe Windräder bauen wollen. „Das haben wir zum Glück verhindert.“

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