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Jury besuchte Öko-Betrieb : Waldlandputen auf Preiskurs

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fünf Firmen in der Endrunde des Bundeswettbwerbs Ökologischer Landbau

svz.de von
erstellt am 26.Aug.2014 | 20:37 Uhr

Der Biohof von Armin Kremer und Dr. Martin Bohn in Zieslübbe bei Parchim hat es als Erzeuger von Waldlandputen in das Finale des Bundeswettbwerbs Ökologischer Landbau geschafft.

„Waldlandputen ökologisch so zu halten, wie wir es tun, ist bundesweit bislang einmalig und ein Pilotprojekt“, sagt Armin Kremer. Rund 2500 Tiere der Rasse Kelly Bronze leben nahe Zieslübbe ohne Stall auf freiem Wiesen- und Waldgelände, so wie es eigentlich auch ihrer Natur entspricht. Den Tieren stehen dafür etwa zwei Hektar Wiese und rund ein dreiviertel Hektar Wald zur Verfügung.

Die Waldputen leben nach Angaben der beiden Betreiber gesundheitlich deutlich besser, sie haben viel Bewegung, viel Schatten und – da keine Stallanlagen nötig sind –, ist es auch wirtschaftlich günstiger. Gesetzliche Normen wie etwa Fläche pro Tier werden weit übertroffen. Statt rund zehn Quadratmeter je Tier stehen ihnen bei dieser Haltungsform knapp 20 Quadratmeter zur Verfügung. Das Futter kommt aus eigenem biologischen Anbau.

Allerdings benötigen die Tiere gegenüber der konventionellen Haltung einige Wochen mehr bis zur Schlachtreife. „Das aber macht dasgute Fleisch wieder wett. Es ist dunkler, besser strukturiert und qualitativ deutlich höherwertig“, sagt Armin Kremer.

Er und sein Mitstreiter Dr. Martin Bohn hatten am Montag viele Fragen der Jury des Bundeswettbewerbs zu beantworten. Die Expertenrunde ist vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eingesetzt und besteht aus Vertretern von ökologischen Landwirtschafts-, von Verbraucher- und Umweltverbänden sowie der Wissenschaft.

Der Juryvorsitzende Dr. Helmut Röscheisen, Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings, fand bei dem Rundgang, dass es den Waldputen gut gehe. „Sie machen einen gesunden Eindruck. Ein Problem sehe ich allerdings in der Fläche, insbesondere im Wald. Es ist wie beim Reh- und Rotwild – der nachwachsende Wald hat hier keine Chance“, so der Jurychef. Er begrüßt daher die Überlegungen der Betreiber, einen nachwachsenden Wald mit schnell wachsendem Holz zu schaffen. Schließlich soll auch in der Landwirtschaft alles naturverträglich stattfinden und das ist beim Öko-Landbau nicht immer der Fall. Umso mehr bedürfe es neuer Wege.

„Das stimmt, wir sind ja auch noch in der Testphase. Vielleicht reduzieren wir die Tieranzahl noch, außerdem kommt im nächsten Jahr noch ein Stück Land hinzu. Und wir werden auch verschiedene Holzarten austesten“, versprach Bohn. Insgesamt haben sich 57 Betriebe für die Teilnahme am Bundeswettbwerb Ökologischer Landbau beworben. Drei Betriebe werden auf der Grünen Woche in Berlin im kommenden Januar ausgezeichnet.

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