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Holzpreise steigen : Wald wirft wieder Rendite ab

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Mit Wald lässt sich wieder Geld verdienen, seitdem die Holzpreise steigen. "Die Bewirtschaftung des Waldes wirft wieder Rendite ab", sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes MV, Ulrich Ivo von Trotha.

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erstellt am 19.Mär.2012 | 09:52 Uhr

Klein Trebbow | Mit Wald lässt sich wieder Geld verdienen, seitdem die Holzpreise steigen. "Die Bewirtschaftung des Waldes wirft wieder Rendite ab", sagte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Ulrich Ivo von Trotha, am Wochenende. Der Wert je Hektar Wald habe sich seit der Wende etwa verdoppelt, schätzte von Trotha vor dem Tag des Waldes am 21. März. Angesichts der positiven Marktentwicklung würden die privaten Waldbesitzer im Land auch Einschränkungen bei der Waldbewirtschaftung hinnehmen. Naturschutzverbände und das Land hätten viele Wünsche. "Aber keiner sagt, wer das bezahlen soll", monierte von Trotha.

Im öffentlichen Bewusstsein sei der Wald immer stärker vertreten: Als Rohstofflieferant, zur Bindung von Kohlendioxid, zur Erholung und auf Grund seiner Artenvielfalt. In Privatwäldern würden im Durchschnitt zehn Prozent weniger Holz eingeschlagen als im Landesforst, sagte von Trotha, der bei Klein Trebbow nahe Schwerin alten Familienbesitz bewirtschaftet.

Von den 540 000 Hektar Wald in Mecklenburg-Vorpommern entfällt von Trotha zufolge knapp die Hälfte auf rund 40 000 private sowie kommunale Waldbesitzer. In den Wäldern lasse das Land die Lebensraumtypen erfassen und schreibe dann "Wunschzettel", betonte der Verbandsvorsitzende.

So müssten Altholzinseln erhalten und Bäume für Fledermäuse stehen bleiben, die sich wieder ansiedeln könnten. Waldflächen würden wiedervernässt, rund um Schreiadlerhorste dürfe auf 40 Hektar Wald kein Holz eingeschlagen werden. "Das allein sind etwa 10 000 Euro pro Jahr. Wer trägt das?", fragte von Trotha. Die Naturschutzverbände sagten, das sei nicht ihr Thema, die Politik sage, sie habe kein Geld. Wenn ein Schreiadlerpaar im Jahr 10 000 Euro wert sei, müsse es für den Waldbesitzer einen Ausgleich geben. Ansonsten komme das Holzeinschlagsverbot einer Enteignung gleich, meinte von Trotha. Der Waldbesitzerverband sei jetzt mit Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) im Gespräch über einen Vertrag, der Ausgleichszahlungen für Waldbesitzer vorsehe.

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