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Greifswalder Bodden : Wal ohne Rückenfinne in der Ostsee entdeckt

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erstellt am 29.Jul.2016 | 14:41 Uhr

Segler haben nach Angaben des Deutschen Meeresmuseums einen ungewöhnlichen Wal im Greifswalder Bodden entdeckt. Das etwa fünf Meter lange Tier habe sich am Donnerstag und Freitag in dem Ostseerandgewässer am Peenemünder Haken und bei Freest aufgehalten. „Ungewöhnlich ist, dass beide Sichtungen übereinstimmend melden, dass der Wal keine Rückenfinne hat“, sagte der Kurator für Meeressäuger, Michael Dähne, am Freitag. Dies deute auf einen in der Ostsee sehr selten Nachweis hin. Ohne Belege - idealerweise Fotos - könne über die Artzugehörigkeit nur spekuliert werden. Deshalb bittet das Meeresmuseum weitere Sichtungen des Tieres ohne Rückenflosse zu melden. Der Greifswalder Bodden liegt zwischen den Inseln Rügen und Usedom.

Offenbar handelt es sich um einen Irrgast. Unter anderem besitzen Glattwale, Weißwale (Beluga) und Narwale keine Rückenfinne. Während der in arktischen und subarktischen Gewässern beheimatete Beluga bereits häufiger in der Ostsee und vor der deutschen Küste (dort zuletzt 2012 in der Flensburger Förde) gesichtet wurde, gibt es nach Angaben von Dähne bislang nur einen Narwal-Nachweis für die gesamte Ostsee. Am 19. April 1992 war ein toter, 750 Kilogramm schwerer Narwal bei Landskrona an der schwedischen Öresundküste gestrandet.

Der letzte zu den Glattwalen gehörende Grauwal in der Ostsee war nach Angaben des Meeresmuseums 1709 vor dem schwedischen Ystad gestrandet.

Dass es sich bei der jetzigen Sichtung um einen Grauwal handelt, schließt Dähne aus, da es bis auf zwei Irrgastsichtungen im Jahr 2010 im Mittelmeer keine Grauwalpopulation im Nordatlantik mehr gebe.   Nordkaper, die ebenfalls zu den Glattwalen gehören, wurden in der Ostsee zweimal gesichtet: im Jahr 1489 vor Schweden und 1838 vor der dänischen Küste.

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