zur Navigation springen

Schwerin/Greifswald : Vorwurf: Theater tricksen bei Statistik

vom

In der Debatte um die Theaterfinanzierung tobt ein erbitterter Kampf zwischen einigen Bühnen um Fördergeld-Anteile. Die Stadt Greifswald zweifelt die Besucherstatistik der Theater und Orchester für das Jahr 2009 an.

svz.de von
erstellt am 17.Mär.2012 | 04:11 Uhr

Schwerin/Greifswald | In der Debatte um die Theaterfinanzierung tobt offenbar auch ein erbitterter Kampf zwischen einigen Bühnen um Fördergeld-Anteile. In einem Schreiben an das Innenministerium vom 8. Dezember 2011, das unserer Zeitung vorliegt, zweifelt die Stadt Greifswald die Besucherstatistik der Theater- und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz (TOG) und der Deutschen Tanzkompanie Neustrelitz (DTN) für das Jahr 2009 an. Hintergrund: Nach den Besucherzahlen werden die leistungsabhängigen Anteile des Fördergeld-Betrages berechnet, den ein Theater aus dem mit 35,8 Millionen Euro pro Jahr für alle gefüllten Topf zugemessen bekommt. Jeder Euro, den eine Bühne wegen hoher Besucherzahlen mehr bekommt, geht einem anderen Haus verloren.

Greifswalds OB Arthur König argumentiert in dem Brief, die TOG habe zu Unrecht die 39 630 Besucher der Schlossgartenfestspiele Neustrelitz in die eigene Besucherstatistik eingerechnet, obwohl das Festival ein eigenständiges Unternehmen gewesen sei.

Der Tanzkomanie wirft der Greifswalder OB mehrere zweifelhafte Berechnungen vor, das Ensemble habe seine Statistik auch nicht von einem Wirtschaftsprüfer bestätigen lassen, wie es Vorschrift ist. Das Greifswalder Schreiben attestiert der Tanzkompanie "reichlich Kreativität und Phantasie" - bei der Buchführung.

Kultusminister Mathias Brodkorb (SPD) bewertete das Schreiben auf Nachfrage unserer Zeitung als Bestätigung für die umstrittene Fragebogen-Aktion seines Hauses bei den Bühnen: "Da die Theater sowohl untereinander die Richtigkeit ihrer eigenen Angaben anzweifeln als auch die Daten des Landesrechnungshofes, ist diese Abfrage notwendig. Eine Entscheidung ohne klare Faktenlage wäre schlicht unverantwortlich."


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen