Sterberisiko MV : Vorsicht! Unfälle in der Weihnachtszeit

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In MV sterben mehr Menschen bei der Hausarbeit als im Straßenverkehr.

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20. Dezember 2017, 05:00 Uhr

Sturz beim Anbringen der Lichterkette, Rauchvergiftung beim Brand des Adventskranzes oder Verbrennungen am heißen Blech – vor und während der Weihnachtstage häufen sich schwere und sogar tödliche Unfälle in den eigenen vier Wänden. „Wenn Stress und Hektik dominieren, steigt das Unfallrisiko“, warnte gestern Susanne Woelk vom Verein „Das sichere Haus“, der sich für Unfallverhütung engagiert.

Die Gefahr im eigenen Haus zu verunglücken, werde ohnehin unterschätzt. Nach den letzten vorliegenden Zahlen des Statistischen Amtes in Schwerin kamen 2015 in Mecklenburg-Vorpommern 177 Menschen durch Unfälle bei der Hausarbeit ums Leben. Das waren fast doppelt so viele Verunglückte wie bei Verkehrsunfällen, bei denen im selben Jahr landesweit 93 Personen starben.

Bundesweit kamen 9815 Menschen bei Unfällen in der Wohnung oder im Haus ums Leben – knapp 800 mehr als im Jahr davor.

In Mecklenburg-Vorpommern sind Stürze mit 156 Fällen die häufigste Todesursache. Besonders ältere Menschen fallen etwa beim Fensterputzen oder beim Anbringen der Gardinen von der Leiter oder beim Staubwischen vom Stuhl. Da sie oft allein leben, werden sie bei Unfällen vielfach zu spät gefunden. Gefährlich können auch Treppenstufen werden. Allein 12 Männer und 2 Frauen verloren im Nordosten ihr Leben bei Treppenstürzen im eigenen Haus.

Fünf Menschen starben nach Vergiftungen etwa mit Reinigungsmitteln. Zwei Männer erlitten im eigenen Haus tödliche Stromschläge.

Das Risiko steigt mit dem Alter. Landesweit sind 82 Prozent der Verunglückten älter als 70 Jahre. Der Verein „Das sichere Haus“ rechnet deshalb mit einer deutlichen Zunahme der Haushaltsunfälle in den nächsten Jahren durch den Anstieg des Durchschnittsalters der Bevölkerung. Er fordert mehr Aufklärung über die Risiken.

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