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Berthold Beitz mit 99 Jahren gestorben : Vorpommerns großer Förderer

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Er rettete im Zweiten Weltkrieg vielen hundert Juden das Leben und trug bei Krupp 60 Jahre Führungsverantwortung. Am Dienstag ist der in Vorpommern geborene Berthold Beitz im Alter von 99 Jahren gestorben.

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erstellt am 31.Jul.2013 | 08:38 Uhr

Essen/Greifswald | Er rettete im Zweiten Weltkrieg vielen hundert Juden das Leben und trug bei Krupp 60 Jahre Führungsverantwortung für eines der größten deutschen Unternehmen. Berthold Beitz war seit seinem Dienstantritt als Generalbevollmächtigter von Alfried Krupp an der Spitze des Essener Stahlkonzerns 1953 eine der außergewöhnlichsten Figuren der deutschen Wirtschaftsgeschichte.

Am Dienstag ist der in Vorpommern geborene Berthold Beitz im Alter von 99 Jahren gestorben.

Beitz, der 1913 im vorpommerschen Zemmin südlich von Greifswald zur Welt kam und in der Region auch aufwuchs, war seiner alten Heimat bis ins hohe Alter eng verbunden. Auf sein Betreiben hin unterstützte die Krupp-Stiftung Vorpommern und die Stadt Greifswald in besonderer Weise. Sie half finanziell bei der Modernisierung der medizinischen Fakultät, dem Neubau einer Klinik und der Restaurierung des historischen Audimax. Das Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg in Greifswald fördert seit zehn Jahren Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zeigte sich betroffen und sprach von einer "traurigen Nachricht". Er würdigte das jahrzehntelange Wirken des ThyssenKrupp-Patriarchen für seine Heimat. "Die Wissenschaft voranzubringen, die Kultur zu bewahren, das war ein Leitmotiv seines Lebens, das sich auch in Greifswald ablesen lässt. Dafür werden wir Professor Berthold Beitz immer dankbar sein", teilte Sellering in einer ersten Reaktion mit.

Erst im vorigen November habe er Beitz in der Villa Hügel in Essen mit dem Verdienstorden des Landes ausgezeichnet. Beitz habe viel für das Land getan. "Er war Vorpommer und ist es im Herzen immer geblieben. Noch zu DDR-Zeiten hat er bei der Sanierung des Greifswalder Doms geholfen", sagte Sellering. Das im Jahr 2000 auf Initiative von Beitz gegründete Alfried-Krupp-Kolleg in Greifswald erinnere stets an ihn.

Die Universität Greifwald hatte schon Anfang der 1980er-Jahre Beitz die Ehrendoktorwürde verliehen. Ein zentraler Platz auf dem Campus ist nach ihm benannt.

Greifswalds Oberbürgermeister Arthur König (CDU) sagte über Beitz: "Er war das Sinnbild für menschliche Größe, er wird uns fehlen." Greifswald könne Beitz für seine Verdienste nicht genug danken. Als großer Förderer habe er die Entwicklung von Stadt und Universität maßgeblich mitgestaltet. "An jeder Ecke unserer Hansestadt, aber auch an der Greifswalder Universität sieht man die unverkennbare Handschrift von Berthold Beitz. Viele Projekte wurden nur durch seine großzügige Art verwirklicht. Mit Berthold Beitz hat Greifswald einen seiner größten Gönner verloren", erklärte der Vorsitzende der Jungen Union Greifswald, Franz Küntzel.

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