Trotz Nord Stream-Pipeline : Vorerst kein Gaskraftwerk in Lubmin

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Trotz der voranschreitenden Verlegung der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream treten die Pläne zum Bau von Gaskraftwerken in Lubmin auf der Stelle. Der Konzern EnBW hält sich die Errichtung aber weiter offen.

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04. Februar 2011, 06:44 Uhr

Trotz des voranschreitenden Baus der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream treten die Pläne zum Bau von Gaskraftwerken in Lubmin auf der Stelle. Der Energiekonzern EnBW (Karlsruhe) hält sich eigenen Angaben zufolge die Errichtung eines Gaskraftwerks am ehemaligen Atomstandort zwar weiter offen, es gibt aber noch keine Investitionsentscheidung. "Wir sind mit den Behörden im Gespräch", sagte Konzernsprecher Ulrich Schröder am Freitag. Die Entscheidung sei auch abhängig von der energiewirtschaftlichen Gesamtsituation sowie einem attraktiven Gasversorgungsvertrag. "Wir verfolgen das Ganze aber weiter", betonte Schröder.

Der Energiekonzern Eon (Düsseldorf), der Mitgesellschafter des Pipeline-Projektes ist und auch Lieferverträge für russisches Erdgas aus der Pipeline abgeschlossen hat, hatte sein Kraftwerksprojekt in Lubmin im Herbst vergangenen Jahres auf Eis gelegt. Begründet wurde dies seinerzeit mit den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.Die Energiewerke Nord, die vom dänischen Energiekonzern Dong Energy das Grundstück am Auslaufkanal des früheren AKW zurückerworben hatten, wollen eigenen Angaben zufolge für das Grundstück einen Nachfolgeinvestor gewinnen. Statt des von Dong geplanten, nach politischen Widerständen aber verworfenen Steinkohlekraftwerkes soll dort ein Gaskraftwerk entstehen. Konkrete Pläne sind allerdings nicht bekannt.Der erste Leitungsstrang der Nord Stream-Pipeline mit einer Jahreskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmeter soll im Herbst 2011 in Betrieb gehen. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) hofft, dass die Fertigstellung der Gasleitung auch den Bestrebungen neuen Schub gibt, Lubmin mit Hilfe von Gaskraftwerken wieder zu einen Energiestandort zu machen. Als Bremse habe sich die Entscheidung der Bundesregierung erwiesen, die Laufzeiten der Kernkraftwerke zu verlängern.

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